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home » Börsenforum » Trading / Investments / Wirtschafts- und Börsenthemen » Langfristinvestments in Solarenergie, regenerative Energien
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Frechdax
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Beitrag2041/2041, 05.08.09, 17:09:25  | Langfristinvestments in Solarenergie, regenerative Energien
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Wen´s interessiert.

ABN Amro spielt die Photovoltaik Karte, und hat hierzu einen Photovoltaik Global 30 Index aufgelegt.
Darauf haben sie ein Open End Zerti (AA4PG3) begeben.
Zeigt schon ne hübsche Performance.
So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt.
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Beitrag2040/2041, 07.08.09, 13:53:54 
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Der Photovoltaik Boom dürfte wohl noch etwas weitergehen nach den Erwartungen.


So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt.
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Beitrag2039/2041, 07.08.09, 16:13:19 
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Ist eigentlich schon irre!! Eine Fläche von 300 x 300 Km in den Wüsten Nordafrikas, ausgebaut mit Solarthermischen Kraftwerken, würde ausreichen um den kompletten Strombedarf der Welt zu generieren. Surprised

Für Deutschland, Nordafrika und den mittleren Osten, würde gar eine Fläche von 55 x 55 KM ausreichen.
Dieses Projekt soll unter dem Namen "Desertec" schon in naher Zukunft in Angriff genommen werden.


So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt.
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Beitrag2038/2041, 07.08.09, 16:49:35 
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Das sind die Gründungsunternehmen von Desertec. Vielleicht ist ja diesbezüglich Phantasie in dem ein oder anderen Wert. gruebel


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Beitrag2037/2041, 08.08.09, 14:31:14 
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Bosch setzt weiter auf Solarenergie.

Eigentlich ist Bosch als weltgrößter Autozulieferer bekannt. Um sich von der Automobilbranche ein Stück weit weniger abhängig zu machen, wird das Engagement im Bereich Solarenergie kontinuierlich ausgebaut. Nachdem Bosch gerade erst den Solarzellenhersteller Ersol komplett übernommen hatte und dort Investitionen von rund 530 Millionen Euro ankündigte, folgen jetzt zwei weitere Solartechnik-Firmen.

Etwa 117 Millionen Euro ist Bosch die Prenzlauer Aleo Solar wert, die klassische Solarmodule auf Siliziumbasis fertigt. Für 46 Millionen Euro wurden zunächst knapp 40 Prozent der Anteile von der Erikson-Gruppe gekauft. Den anderen Aleo-Aktionären liegt ein Angebot von 9 Euro je Aktie vor. Die Offerte liegt zwar 43 Prozent über dem durchschnittlichen Kurs der letzten drei Monate. Aber nach Bekanntwerden des Angebots schnellten die Aleo-Papiere um mehr als 30 Prozent nach oben. Bosch will mindestens 75 Prozent der Anteile an Aleo übernehmen.

Das brandenburgische Unternehmen kalkuliert dieses Jahr mit einem Umsatz von rund 380 Millionen Euro und beschäftigt in Prenzlau, Oldenburg und Spanien gut 800 Mitarbeiter. Zwar gab es im ersten Quartal Verluste. Im zweiten stieg der Umsatz auf knapp das Dreifache an.

Eng mit dem Aleo-Deal hängt der Kauf von Johanna Solar zusammen. Siebzehn Prozent der Anteile an Johanna gehören Aleo. Weitere 60 Prozent erwirbt Bosch ebenfalls von Erikson. Deshalb würden bei einem erfolgreichen Abschluss des Aleo-Geschäfts auch mehr als 75 Prozent von Johanna bei Bosch liegen. Johanna stellt mit 125 Beschäftigten in Brandenburg an der Havel dünnschichtige siliziumfreie Solarmodule her.

Mit der Akquisition der beiden Firmen würde Bosch den Abstand zu den Branchenführern Schott Solar, Solon und Solarworld deutlich verringern. Außerdem wäre die Wertschöpfungskette bei Bosch im Solarsegment nahezu komplett. Lediglich ein Inverter-Hersteller steht bei Bosch noch auf der Einkaufsliste.
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Beitrag2036/2041, 08.08.09, 14:34:08 
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Industrienationen sollen für Indiens ambitionierten Solar-Energie-Plan blechen.

Indien plant 20GW Solarenergie bis 2020 zu generieren

Indien hat sich überaus ambitionierte Ziele gesetzt. Es will seinen Reichtum an Sonne in saubere Energie umwandeln und so einen Sprung nach vorne machen. Die Kosten für dieses Vorhaben sollen die reichen Nationen übernehmen.

Bis dato hat Indien noch keinerlei Erfahrung mit Solarenergie, dennoch hat sich das Land hohe Ziele gesteckt. Bis 2020 will Indien 20GW aus Sonnenlicht gewinnen. Die Kapazitäten für Sonnenenergie werden bis zu diesem Zeitpunkt auf 27GW geschätzt. Indiens kühne Erwartungen gehen somit von einem Kapazitäten-Anteil von 75 Prozent innerhalb von nur 10 Jahren aus.

Solarenergie wäre ein Segen für die 400 Millionen Inder ohne Elektrizität: den Stromausfällen, die das Land plagen, könnte sie ein Ende bereiten und zudem langfristig zur Entwicklung des Landes beitragen.

Momentan ist Indien noch stark von Kohle abhängig und damit zusammen mit China einer der größten Luftverpester der Welt. Oft wird das Land international dafür kritisiert, dass es nicht genug gegen seine enormen CO2-Emissionen unternehme. Der neue Solarenergieplan, könnte nach Meinung von Experten, nun die Kritiker besänftigen.

Der Plan entfachte eine heiße Diskussion beim Treffen des nationalen Komitees für Klimawandel in New Dehli am Montag. Indien fordert zusammen mit China und andern Ländern, dass die Kosten für umweltfreundliche Technologien von den Industrienationen getragen werden sollen. Denn diese hätten ihren Reichtum durch den massiven Gebrauch von fossilen Brennstoffen erlangt.

Im überarbeiteten Plan, beabsichtigt Indien seine Solar-Ziele mit Hilfe technologischer und finanzieller Hilfe der Industrieländer zu erreichen. Dieser Schritt weg von staatlichen Subventionen ist ein klares Signal für den bevorstehenden Klimagipfel in Kopenhagen. Indiens klare Position wurde noch einmal letzten Monat vom Umweltminister Jairam Ramesh bekräftigt. Anlässlich des Besuchs der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton, sagte Ramesh: „Es gibt keinen Anlass, dass wir als eines der Länder, mit den geringsten Ausstöße pro Person, dem Druck unsere Emissionen zu reduzieren, nachkommen.“

Sollten die reichen Länder tatsächlich den Indischen Solar-Plan finanzieren, wäre dies eine „Win-Win-Situation“ für beide. Die Entwicklung Indiens würde vorangetrieben, jedoch auf einem wie von den Industrienationen gefordertem emissionsarmen Weg.

Doch so einfach werden sich die reichen Länder wohl nicht überzeugen lassen und das genaue Ausmaß der Kosten ist auch noch nicht bekannt.

Der Kerngedanke des ambitionierten indischen Solar-Plans ist wirklich interessant. Es wird aber nicht zu vermeiden sein, noch hier und da an den Stellschrauben zu drehen.
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Beitrag2035/2041, 10.08.09, 18:36:00 
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Führender chinesischer Stromerzeuger geht breite Kooperation mit Canadian Solar (CSIQ) ein.

Ontario, Kanada (ots/PRNewswire) - Canadian Solar Inc. ("das Unternehmen", "Canadian Solar" oder "wir") (Nasdaq: CSIQ) meldete heute den Abschluss einer breiten strategischen Kooperation mit einem der grössten Stromerzeugungsunternehmen in China. Im Rahmen der umfassenden Vereinbarung werden Canadian Solar und Guodian Power Development Co., Ltd PV-Kraftwerke in China entwerfen, finanzieren, errichten, betreiben und warten. Der Vereinbarung gemäss werden die beiden Parteien zunächst als strategische Partner in Gansu, Ningxia und der Inneren Mongolei zusammenarbeiten, um dann in der Zukunft neue Märkte in weiteren Provinzen zu erschliessen.

Guodian Power Development Co. Ltd, (das unter 600795 an der Börse von Shanghai notiert ist), ist eine Tochtergesellschaft der staatseigenen China Guodian Corporation ("Guodian"), einem der fünf grössten nationalen Stromerzeugungskonzerne. Guodian betreibt Stromwerke in 29 chinesischen Provinzen und beschäftigt mehr als 110.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Entwicklung, der Finanzierung, dem Bau, dem Betrieb und der Verwaltung von Stromerzeugungsanlagen sowie mit der Erzeugung und dem Vertrieb von Strom und Wärme. Bis Ende Juni 2009 lag die installierte Gesamtkapazität Guodians bei 7.490 MW, darunter 6.687 MW aus Wärmekraftanlagen, 471 MW aus Wasserkraftwerken und 325,6 MW aus Windenergieanlagen.

Jun Miu, Vice President der Guodian Power Development Co., sagte: "Guodian Power Development Co. hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2012 in China eine installierte PV-Kapazität von 510 MW zu erreichen. Darüber hinaus sind wir sehr an einer Expansion im Ausland interessiert. Die heutige Bekanntgabe der Vereinbarung mit Canadian Solar ist für eine erfolgreiche Erreichung dieses Ziel von zentraler Bedeutung. Wir freuen uns sehr darüber, einen bewährten, finanziell starken und vertrauenswürdigen Partner wie Canadian Solar zu haben, mit dem Guodian Power Development seine erheblichen Erweiterungsaktivitäten im Solarbereich vorantreiben kann. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine vollständige PV-Branchenlieferkette und eine starke Partnerschaft errichten können."

Dr. Shawn Qu, Vorsitzender und CEO von Canadian Solar, bemerkte: "Wir sind stolz darauf, Partner von Guodian Power Development zu sein und eine formelle Vereinbarung mit ihnen in China eingehen zu dürfen. Unser Ziel ist es, der führende Lieferant für die geplanten PV-Projekte Guodian Power Developments in China mit einem Umfang von 400 bis 500 MW zu werden und die Auslandsaktivitäten des Unternehmens zu unterstützen. Neueste von der chinesischen Regierung eingeführte Richtlinien zur Unterstützung der PV-Branche haben für uns den Weg geebnet, im Rahmen der weiteren Diversifizierung unserer Umsatzbasis im chinesischen PV-Markt weiter zu wachsen. Die von Canadian Solar geplante Ausweitung seiner Modulfertigungskapazität auf 820 MW im Laufe dieses Quartals wird uns auf kurzfristiges Produktionswachstum vorbereiten. Diese umfassende Partnerschaft mit Guodian Power Development unterstreicht den Erfolg, den Canadian Solar weltweit erreicht hat und schafft die Voraussetzungen für die nächste Phase unseres Wachstums in China."

Im Rahmen der Vereinbarung werden Canadian Solar und Guodian Power Development anfänglich ein Joint Venture gründen, das sich auf PV-Kraftwerke konzentriert. Bei den beabsichtigten PV-Kraftwerkprojekten wird Guodian Power Development Mehrheitseigentümer sein. Canadian Solar erhält das Erstrecht, Module und EPC-Dienste zu Marktpreisen an das Joint Venture zu verkaufen. Die Vereinbarung sieht anfänglich zwei an das Stromnetz angeschlossene PV-Kraftwerke in Ningxia vor: Ein Projekt zielt auf eine installierte Kapazität von 50 MW ab, wobei die erste Phase 10 MW umfassen soll. Ein zweites Projekt wird ebenfalls in der ersten Phase 10 MW liefern, zusätzliche Erweiterungen sollen später folgen. Die PV-Kraftwerke in Ningxia sind so ausgelegt, dass sie ein skalierbares Modell für eine zukünftige Geschäftsentwicklung zwischen Guodian Power Development und Canadian Solar darstellen.

Informationen zu Canadian Solar Inc. (NASDAQ: CSIQ)

Canadian Solar Inc. ist ein führender, vertikal integrierter Anbieter von Ingots, Wafern, Solarzellen, Solarmodulen und anderen Solaranwendungen. Canadian Solar entwirft, produziert und liefert Solarprodukte und Solarsysteme für On-Grid- und Off-Grid-Verwendung an Kunden in der ganzen Welt. Canadian Solar ist einer der nach Produktionskapazität weltweit grössten Solarmodulhersteller. Canadian Solar ist in Nordamerika, Europa und Asien tätig und liefert kostengünstige, umweltfreundliche Solarlösungen in Spitzenqualität. Das Unternehmen unterstützt damit eine nachhaltige globale Entwicklung. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.canadian-solar.com

Da könnte im Kurs noch etwas gehen. Wink
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Beitrag2034/2041, 13.08.09, 10:11:41 
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Solarmarkt, „Die Euphorie der Hersteller ist vorbei“

Jahrelang boomte die Solarenergie. Nahezu alle Hersteller der hochsubventionierten Energiequelle freuten sich über Rekordgewinne. Doch die Euphorie unter den Herstellern ist vorbei, sagt Tammo F. Bruns, Chef der Unternehmensberatung Kleiner und Bold. Der Solarmarkt ist mittlerweile hart umkämpft.

http://www.handelsblatt.com/unterne....teller-ist-vorbei;2300878
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Beitrag2033/2041, 15.08.09, 12:24:25 
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China setzt auf die Sonne.

Auch China springt auf den Solar-Trip auf: Peking will erneuerbare Energien zur neuen Schwerpunktindustrie machen. Sieben Milliarden Dollar Privatkapital sollen in den Solarsektor fließen.
Sonnenaufgang im chinesischen Schanghai. Die Volksrepublik will viele Milliarden in den Ausbau des Solarsektors investieren. PEKING - China gilt als Land der nachholenden Modernisierung - doch bei den Technologien der Zukunft will die Volksrepublik von Anfang an vorne mitspielen. Besonders bei erneuerbaren Energien: Mit einer neuen Subventionsoffensive will die Pekinger Regierung ihr Land innerhalb kurzer Zeit zur weltweit treibenden Kraft beim Bau von Solaranlagen machen.

Investoren, die im kommenden Jahr ein Sonnenkraftwerk mit einer Spitzenleistung von mindestens 300 Kilowatt errichten, können die Hälfte der Kosten dem Finanzministerium in Rechnung stellen. Für unabhängige Photovoltaik-Anlagen in entlegenen Regionen mit bisher schlechter Energieversorgung will der Staat sogar 70 Prozent der Baukosten übernehmen.

In Peking geht man davon aus, dass damit in den kommenden zwei bis drei Jahren mindestens sieben Milliarden Dollar an privatem Kapital in den Solarsektor fließen werden. Bereits im März hatte das Finanzministerium auch ein Förderprogramm für Solaranlagen an Gebäuden angekündigt. Bis 2020 will China mindestens 20 Gigawatt aus Sonnenenergie gewinnen - fast zweihundert Mal so viel wie heute. Mit der Initiative schlägt die Regierung mindestens drei Fliegen mit einer Klappe: Sie hilft der einheimischen Industrie durch die Wirtschaftskrise, erschließt chinesischen Unternehmen Weltmarktchancen in einer künftigen Schlüsselindustrie und unterstreicht ihr Engagement für den Klimaschutz.

Das nun verkündete Solarprogramm ist Teil eines größeren Projekts: Ende Mai hatte die Regierung angekündigt, mehr als 300 Milliarden Euro für erneuerbare Energieformen ausgeben zu wollen. Noch stärker als Sonnenstrom sollen die Windkraftkraftkapazitäten ausgebaut werden, von derzeit 12 Gigawatt auf 100 Gigawatt im Jahr 2020. Bisher bezieht China, mit rund 800 Gigawatt installierter Kapazität der zweitgrößte Energieverbraucher der Welt, noch rund 70 Prozent seiner Energie aus Kohlekraft.

Für die chinesische Solartech-Branche bedeutet die Subventionsinitiative nicht nur einen gewaltigen Wachstumsschub mitten in der Krise, sondern auch einen völlig neuen Markt. China ist schon seit Jahren der weltweit größte Hersteller von Solaranlagen, doch bisher wurden 98 Prozent der Produkte exportiert, davon große Teile nach Spanien und Deutschland. In den vergangenen Monaten war die Nachfrage allerdings dramatisch eingebrochen, weil Investitionsprojekte weltweit auf Eis gelegt und die staatliche Unterstützung von Solaranlagen in vielen Ländern zurückgeschraubt wurde. Deshalb will China nun selbst Nachfrage schaffen.

Chinesische Experten gehen davon aus, dass jedes installierte Megawatt Solarstrom 32 Arbeitsplätze schafft - gegenüber nur einem Job beim Ausbau der Kapazität von Kohlekraftwerken. Allein Chinas größter Solarzellenhersteller Suntech gibt an, sich in seiner Heimat Aufträge für Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1,8 Gigawatt gesichert zu haben. Allerdings soll die Initiative nicht nur Jobs schaffen, sondern auch Patente. China will technologisch selbständig werden, und nicht weiter auf ausländische Kooperationen oder Lizenzen angewiesen sein.

Seitdem Peking erneuerbare Energien zur nationalen Schwerpunktindustrie erklärt hat, sind an chinesischen Universitäten und Forschungsinstituten tausende Wissenschaftler mit der Entwicklung von Solaranlagen beschäftigt. Damit sich daraus auch eine international wettbewerbsfähige Industrie entwickeln kann, brauchen die chinesischen Ingenieure allerdings eigene Solarkraftanlagen, bei deren Entwurf, Bau und Betrieb sie Erfahrungen sammeln können. Sollten in China in den kommenden Jahren tatsächlich dutzende oder gar hunderte Sonnenkraftwerke entstehen, hätte die chinesische Industrie eine reelle Chance, sich eine internationale Spitzenposition zu erkämpfen.

Vorzeigeprojekt

Nicht zuletzt dient das Solarprogramm als Vorzeigeprojekt für Chinas Klimaschutz-Bemühungen. Bei den kommenden Verhandlungen über die Reduktion von Treibhausgasen spielt die Volksrepublik eine Schlüsselrolle. „Ohne China wird es dieses Jahr keinen Erfolg für einen neuen globalen Klima-Rahmenvertrag geben“, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. 2008 hatte die Volksrepublik die USA als größten Produzent von Treibhausgasen überholt.

Da China nun technologisch selbständig werden will, dürfte es für internationale Solarhersteller jedoch schwierig sein, von dem Boom zu profitieren. China sorgte kürzlich mit einer „Buy-Chinese“-Regel für Unmut, wonach Lokalregierungen bei öffentlichen Aufträgen chinesische Lieferanten bevorzugen sollen.
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Beitrag2032/2041, 15.08.09, 12:56:43 
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Von dem vorbeschriebenen China Engagement sollte Suntech Power (A0HL4L), sowie das von der DBK aufgelegte S-Box China Solar Zertifikat (DB2CSL) dann überproportional profitieren können, wenn auch die Solarkarte wieder mal gespielt wird.

Das Zertifikat hat seit dem Tiefpunkt im März diesen Jahres, immerhin schon knapp 300% zugelegt, und konsolidiert gerade mit dem Markt.

Der o.g. Einzeltitel hat in diesem Zeitraum dagegen sogar um satte 350% zugelegt.

Beide möglichen Engagements befinden sich jedoch noch weit von ihrem Alltime High entfernt, und bieten mit etwas Geduld und Wiederaufnahme des Themas durch die Märkte, durchaus die Chance auf eine Kursverdopplung vom jetzigen Niveau ausgehend.


P.S. Dies ist keine Anlageberatung des Autors, sondern gibt lediglich dessen Einschätzung wieder.
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Beitrag2031/2041, 20.08.09, 12:46:32 
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Eventuell ganz interessantes Teilchen. gruebel

BGI EcoTech AG setzt auf Solarenergie - 500 Mio. Euro Umsatz geplant.

KASSEL (IT-Times) - Die BGI EcoTech AG (WKN: 520300), eine Managementholding, die über die einzige Tochtergesellschaft mit dem Namen ralos auf dem Solarmarkt tätig ist, hat heute die Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 bekannt gegeben.

War die BGI EcoTech, bislang durch die Beteiligung BGI Engineering auf anderen Gebieten tätig, konzentriert sich das Kasseler Unternehmen seit der Übernahme der Ralos Vertriebs GmbH voll und ganz auf Photovoltaik-Anlagen. Die 100-prozentige Übernahme wurde zum 1. Oktober 2008 wirksam und ist seither erstmals in den Konsolidierungskreis aufgenommen worden. Zukünftiger Fokus der Gesellschaft wird damit auf der Entwicklung, Planung, Umsetzung und den Betrieb innovativer Photovoltaik-Anlagen liegen.

Nach HGB-Rechnung erzielte BGI EcoTech im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 56,6 Mio. Euro. Gleichzeitig verzeichnete man, unter anderem durch den Verkauf der defizitären BGI Engineering-Beteiligung, ein positives Ergebnis. So summierte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) auf 3,4 Mio. Euro. Der Konzernjahresüberschuss nach Minderheitenanteilen wurde mit rund einer Mio. Euro ausgewiesen. Pro Aktie ergibt sich ein Ergebnis von 0,23 Euro.

„Durch unsere internationale Präsenz - insbesondere im arabischen Raum, in Italien, in Tschechien und in Kanada - versprechen wir uns auch zukünftig gute Geschäfte in den noch zum Teil mit großem Nachholbedarf aufwartenden Märkten. Unser Ziel ist es, eine führende Rolle in der internationalen Photovoltaikindustrie einzunehmen“, kommentierte Albert Klein, Vorstandssprecher der BGI EcoTech AG, die Neuausrichtung. Das Management gab sich gleichzeitig verhalten optimistisch für die Jahre 2009 und 2010. So plant BGI trotz „schwierigem konjunkturellen Umfeld“ weiteres Wachstum. Mittelfristiges Ziel sei ein Umsatz von 500 Mio. Euro. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde allerdings nicht veröffentlicht. (vue/rem)
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Beitrag2030/2041, 22.08.09, 08:21:51 
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Die Desertec-Initiative ist zwar eine große Vision, doch ist sie auch realisierbar? Es gilt viele technische und politische Hindernisse zu überwinden – währendessen sollte man nicht die konventionelle Stromversorgung vernachlässigen.

Zwölf überwiegend deutsche Konzerne haben vereinbart, eine Initiative zu gründen, um im Verlauf von drei Jahren zu untersuchen, unter welchen Rahmenbedingungen es möglich ist, in Nordafrika und dem Nahen Osten Strom aus Sonnenlicht zu erzeugen und einen Teil davon nach Europa zu exportieren. Dabei geht es um die solarthermische Stromerzeugung, bei der das Sonnenlicht in riesigen Parabolspiegeln gebündelt wird, eine im Kreislauf geführte Flüssigkeit auf 400 Grad erhitzt und in einem anschließenden Dampfturbinenkraftwerk zu Strom umgesetzt wird.

Diese Technologie ist nicht neu. Sie wurde erstmals vor 30 Jahren in Kalifornien ausprobiert, geriet in Anbetracht sinkender Öl- und Gaspreise Ende des letzten Jahrhunderts in Vergessenheit und hat mit den steigenden Ölpreisen der letzten Jahre und der ehrgeizigen Klimaziele der Europäischen Union eine Renaissance erfahren. In Spanien gibt es die ersten solarthermischen Kraftwerke in Andalusien, die mit einer Förderung von 27 Eurocent und dem zusätzlichen Stromerlös wirtschaftlich betrieben werden können. Gerade in der vergangenen Woche gaben drei deutsche Energieversorger (Stadtwerke München, RWE und RheinEnergie) bekannt, dass sie sich gemeinsam an einem 50-MW-Kraftwerk beteiligen, das in zwei Jahren seinen Betrieb aufnehmen soll. Als Kosten wurden 350 bis 400 Millionen Euro angegeben.

Große Vorteile gegenüber herkömmlicher Photovoltaik.

Was Energieversorger wie Energiepolitiker für diese Technik besonders begeistern lässt, ist die Fähigkeit, Strom zu speichern, sodass auch Strom produziert wird, wenn nachts die Sonne nicht mehr scheint. Dies gelingt dadurch, dass produzierte Hitze in Salzschmelzen gespeichert werden kann, die jederzeit abgerufen werden kann, wenn der Bedarf dies erfordert. Diese Technik hat einen strukturellen Vorteil gegenüber der herkömmlichen Fotovoltaik, die keine Speicherungsmöglichkeit mit sich bringt.

Insofern war es nicht unerwartet, dass die Hersteller von Fotovoltaikanlagen und deren Apologeten sich abschätzig über die Desertec Initiative äußerten („Fata Morgana “), stand doch zu befürchten, dass die üppigen Unterstützungen der Fotovoltaik in Deutschland in ein unvorteilhaftes Licht gestellt werden. Immerhin zwei Milliarden kostet die deutschen Stromkunden die Unterstützung derjenigen, die sich ein Fotovoltaik-Dach leisten. Und das immerhin 20 Jahre lang, mithin 40 Milliarden Euro für den heutigen Bestand bei einem verschwindend geringen Beitrag von 0,6 Prozent zur deutschen Stromversorgung. Da hörten sich die angepeilten 15 Prozent der Desertec Initiative ganz anders an. Aber auch dort war von Summen von 400 Milliarden Euro die Rede. Bis es dazu kommt, müssen jedoch noch einige Fragen beantwortet werden.

Die Solartechnologie muss sich im Wettbewerb behaupten können.

Ohne Zweifel ist die Solartechnologie eine faszinierende Technik für den heißen Sonnengürtel Nordafrikas. Ein großer Teil besteht aus konventioneller Kraftwerkstechnik. Das führt zur ersten Unsicherheit: Sind die Kostensenkungen durch Serienfertigungen in der Lage, den Strompreis unter zehn Eurocent pro Kilowattstunde zu drücken, einer magischen Grenze die eine Stromerzeugung erreichen muss, will sie nicht im Wettbewerb mit anderen Energieträgern scheitern. Zum Vergleich: Der heutige Marktpreis für Strom in Deutschland liegt bei fünf bis sechs Eurocent pro Kilowattstunde.

Zum Zweiten bedarf es der Akzeptanz, ja der aktiven Unterstützung der nordafrikanischen Staaten. Daher ist es ratsam, die ersten Tausende von Megawatt Kraftwerkskapazität für die Versorgung des Eigenbedarfes vorzusehen. Nordafrika und der Nahe Osten haben eine installierte Leistung von schätzungsweise etwa 100.000 Megawatt, etwa so viel wie Deutschland. Der Anteil erneuerbarer Energien ist nahe null. In einer so starken Wachstumsregion muss es das Ziel der Staaten sein, die solaren Kapazitäten für die eigene, sich bald verdoppelnde Stromversorgung zu nutzen und damit gleichzeitig einen Beitrag zur Erreichung von Klimaschutzzielen zu leisten.

Viele Sahara-Staaten wollen gar keine nichtafrikanischen Investoren.

Natürlich ist es drittens auch legitim, nach der Sicherheit von Investitionen zu fragen. Wenn internationales Kapital und Investitionen von Energieversorgern erwünscht sind, muss diese Frage zufriedenstellend beantwortet werden. Bislang ist in vielen Staaten eine privatwirtschaftliche Investition von nicht afrikanischen Unternehmen nicht gewollt und sogar nicht erlaubt.

Des Weiteren ist die Frage der Importabhängigkeit zu thematisieren. Jede Leitung hat einen Schalter. Bei der Gasversorgung ist das Risiko einer Unterbrechung durch den Bau riesiger Erdgasspeicher minimiert. Beim Abschalten einer Stromleitung ist es in der gleichen Sekunde in weiten Bereichen des Versorgungsgebietes duster. Schon der Wegfall von einigen Tausend Megawatt – durch höhere oder bewusste Gewalt – kann zu fatalen Ausfällen führen.

Wie bekommt man das Wasser für die Kraftwerke in die Wüste?

Es ist sicher anzunehmen, dass fünftens das Konsortium sehr genau die Frage der Standorte prüfen wird. Die Bilder, die durch die Zeitung gingen mit Leitungen von Dschibuti bis Marrakesch, an der solarthermische Kraftwerke, wie an einer Perlenschnur aufgereiht, positioniert sind, ist eine schöne Vision, aber zu Visionen in der Politik hält man sich eher an den bekannten Ausspruch von Bundeskanzler Helmut Schmidt („Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“). Denn wir sprechen über solarthermische Kraftwerke, die in der Regel mit Millionen Kubikmeter Kühlwasser gekühlt werden. Das ist in der Wüste nicht ganz einfach zu bewerkstelligen.

Die größte Nuss gibt es sechstens beim Export über Transportleitungen zu knacken. Solange wir über den naheliegenden Export von einigen Tausend Megawatt sprechen, die in die Nachbarländer Spanien oder Italien transportiert werden sollen, ist dies in einer späteren Phase sicher vorstellbar. Aber der Anspruch, 15 Prozent der europäischen Stromversorgung aus der Sahara abzudecken, würde bedeuten, etwa 75.000 Megawatt zu exportieren. Mit herkömmlichen Gleichstromhochspannungsleitungen von 800 MW werden davon knapp hundert benötigt. Nimmt man die neuesten Entwicklungen, wie sie vom Drei-Schluchten-Staudamm nach Shanghai über 1500 Kilometer gebaut worden sind mit bislang 2500 MW Tragfähigkeit, dann sind das immerhin noch 30 Hochspannungsleitungen, die etwa durch Italien und Spanien geführt werden müssten.

Das Problem neuer Hochspannungsleitungen.

Dieser neue Typ Hochspannungsleitung ist wegen der Verdreifachung der Kabeldurchschnitte mit deutlich größeren und höheren Masten versehen. Das zu realisieren wird nicht ganz einfach werden. Seit über zehn Jahren versuchen Frankreich und Spanien, sich über den Verlauf einer Trasse über die Pyrenäen zu einigen, vergeblich. Es gehört großes Verständnis aller europäischen Bürger dazu, Durchleitungen in andere Länder hinzunehmen.

Doch die bundesweite überwältigende Zustimmung auf die Veröffentlichung der Initiative macht Mut. Zwar war das auf Deutschland begrenzt, die anderen Staaten nahmen das Thema noch nicht zur Kenntnis. Dort herrscht auch ein bisschen Skepsis, ob diese überschäumende deutsche Zustimmung nicht etwas damit zu tun hat, dass man sich in der Hoffnung auf den schnellen Anschluss an den Wüstenstrom nicht mehr mit den täglichen Widrigkeiten der heutigen Stromversorgung, seien es störende Windmühlen in der Landschaft, CO2-Abscheidung für Kohlekraftwerke oder die notwendige Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken, befassen muss.

So wichtig es ist, die Möglichkeiten des Wüstenstroms auszuloten, es darf uns nicht davon ablenken, unsere heutigen Schularbeiten in Deutschland zur sicheren, CO2-ärmeren und weniger importabhängigen Energieversorgung zu erledigen.

(Von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, Geschäftsführer der bei RWE angesiedelten Gesellschaft für erneuerbare Energien.)
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Beitrag2029/2041, 23.08.09, 08:51:57 
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Eine andere Betrachtungsweise. gruebel

Desertec – Der Anschlag der Konzerne auf die Solarenergie.

Eine Gruppe von einem Dutzend hauptsächlich deutscher Konzerne hat Mitte Juni ein Aufsehen erregendes Klimaschutzvorhaben in der Öffentlichkeit angekündigt: Bis zum Jahr 2050 sollen für 400 Mrd. Euro Solarkraftwerke in Nordafrika gebaut und der dort erzeugte Strom nach Europa transportiert und hier verbraucht werden. 15 % des europäischen Stromverbrauchs sollen durch dieses, Desertec (Wüstentechnik) genannte Projekt abgedeckt werden. Initiiert wurde der Grundgedanke schon vor Jahren vom Club of Rome, auch Greenpeace teilte diese Vision, und zusammen mit dem Dutzend Konzernen wurde nun die Gründung einer Desertec-Planungsgesellschaft beschlossen. Nach diesem Eröffnungs-Paukenschlag soll jetzt allerdings eine dreijährige (mit über 5 Mio. Euro Budget ausgestattete) Evaluierungsphase bis 2012 folgen, d.h. die technische, finanzielle und rechtliche Durchführbarkeit eines solchen Projektes soll erst mal analysiert und aufgezeigt werden.

Das Interesse der Konzerne an der Solarenergie.

Die Energie, mit der die Sonne in einem Jahr auf die Erde einstrahlt, ist viele tausendmal so groß wie der weltweite jährliche Energieverbrauch aller Menschen. In sechs Stunden schon schickt die Sonne allein über den Wüstengegenden der Erde so viel Energie herab, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht. Kein Wunder, dass der Solarfreund von dieser Überfülle begeistert ist und mit Recht der Vision anhängt, den Energieverbrauch langfristig durch direkte und indirekte Sonnenenergie (Biomasse, Gezeitenenergie, Windenergie) zu decken.

Das ist nicht das Interesse der Konzerne. Ein kapitalistisch geführtes Unternehmen will nicht das Klima retten oder die Wüstenbewohner mit Meerwasserentsalzung beglücken, sondern es will möglichst viel Geld verdienen. Kosten für Umweltvorsorge und Reparatur stören da nur. Dementsprechend ist ganz generell die Beteiligung der Konzernwelt an der Klimadiskussion durch die 3D-Strategie gekennzeichnet. ”Deny” (Leugnen des Sachverhaltes) hat heute angesichts der Faktenlage ausgedient. ”Delay” (Verzögern von Maßnahmen) ist die aktuelle Hauptstrategie, siehe den Widerstand der Autokonzerne gegen eine forcierte CO2-Reduzierung. Schließlich ”Dominate”: Soweit Klimaschutzansätze nicht mehr zu verhindern sind, muss man als Konzern eine führende Position einnehmen, um Richtung und Konkretisierung der Klimapolitik zur eigenen Nutzenmaximierung zu bestimmen. Dementsprechend sind die an der Desertec-Initiative beteiligten Konzerne daran interessiert, Solarstrom als ihren Solarstrom zu verkaufen (EON, RWE), Stromerzeugungs- und Verteilungsanlagen für dieses Riesenprojekt zu verkaufen (Siemens, ABB), das Spezialglas für Spiegel und Absorber zu liefern (Schottglas, Solar Millennium), an der Finanzierung der 400 Milliarden mit zu verdienen (Deutsche Bank), die Position als weltweiter Versicherungsspezialist für die Klimarisiken weiter auszubauen (Münchner Rück). Das alles ist keine ritterlich edle Tat, sondern normales Geschäftsgebaren: Techniken und politische Machtverhältnisse sind heute so aufgestellt, dass manche Konzerne / Branchen mit klimaschonenden Waren und Dienstleistungen einen ordentlichen Profit erzielen können.

Das Desertec-Konzept.

Während die bekannten Photovoltaikanlagen Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln, werden in solarthermischen Kraftwerken die Sonnenstrahlen durch gekrümmte Spiegel wie in einem Brennglas gebündelt und auf einen Punkt konzentriert, auf den optischen Brennpunkt fokussiert. Diese Stelle kann dadurch extrem erhitzt werden, je nach Technik bis auf 400 °C und mehr. Desertec nutzt die Technik der so genannten Parabolrinnenkraftwerke. Die Sonnenlichtstrahlen fallen auf einen im Querschnitt parabelförmig gekrümmten Spiegel, von dem sie von jeder Stelle auf einen gleichen zentralen Punkt, den Brennpunkt hin reflektiert werden. Im Brennpunkt ist ein Absorber für die entstehende Hitze angebracht, eine Röhre mit einem extrem hoch hitzebeständigen Öl. Alles Weitere ist ein ganz gewöhnliches Kraftwerk: Die Hitze des Öls wird über Wärmetauscher auf Wasser übertragen, wodurch dieses zu Dampf erhitzt wird, welcher Turbinen antreibt, hinter denen Generatoren geschaltet sind, die Strom erzeugen. Der Clou ist, dass die Primärhitze durch gebündeltes Sonnenlicht statt durch die Verbrennung von Kohle oder Gas oder durch die atomare Spaltungsenergie erzeugt wird.

Die Anlagen sollen am Rande der Sahara gebaut werden: entlang des Mittelmeeres, entlang des Roten Meeres, entlang der saharischen Atlantikküste, sowie auch in der arabischen Wüste. Frühestens 2020 soll der kommerzielle Betrieb aufgenommen und 2050 soll die komplette Investition fertig gestellt werden.

Da die Sonne nur tagsüber scheint, sollen zur Vergleichmäßigung der Stromproduktion mit einem Teil der erzeugten Hitze riesige Behälter mit Spezialflüssigkeit aufgeheizt und die so gelagerte Hitze in der Nacht wieder entnommen und den Turbinen zugeführt und also in Strom umgewandelt werden.

Dadurch könnten auch die Stromleitungen nach Europa gleichmäßiger ausgenutzt werden.

Diese Leitungen sind so genannte HGÜ-Leitungen, in denen Gleichstrom transportiert wird, der in Europa wieder auf Wechselstrom umgerichtet wird. Die teure Gleichstromübertragung nimmt man nur bei extremer Fernleitung über viele Tausend Kilometer, da nur dann der im Vergleich zur Wechselstromübertragung verlustärmere Transport die beiden Umrichterverluste am Anfang und am Ende aufwiegt. Die Leitungen sollen hauptsächlich von Marokko nach Spanien, von Tunesien nach Italien und Frankreich und im Osten über die Türkei laufen.

Kritik 1: Kein ökologisch nachhaltiges Projekt.

Ein Solarprojekt, das nicht nachhaltig sein soll? Es ist das Gesamtkonzept der Konzerndominierten Herangehensweise. In der gesamten Konzeption 1) findet sich kein Sterbenswörtchen, nicht der geringste Hinweis darauf, dass die Reduzierung des gesamten weltweiten Energieverbrauchs eine entscheidende Notwendigkeit ist. Hier kommt das Grundmotiv kapitalistischer Wirtschaft, den Profit aus der Produktion und damit die Produktion selbst zu maximieren, voll zum Tragen. Wenn man die Energiepolitik den Konzernen überlässt, dann wird die Stromproduktion, sei es aus fossilen oder atomaren oder solaren Quellen, maximiert statt minimiert. Es kann aber absolut nicht das Ziel der Klimaschützer sein, die Solarstromerzeugung als solche zu maximieren. Denn ein zentrales Kennzeichen von erneuerbaren Energien, insbesondere der Sonnenenergie, ist es, dass sie sehr viel weniger konzentriert sind als fossile oder atomare Energien. Dies bedeutet einen vielfach höheren Platzbedarf für – hier – die Solarenergie 2), weswegen die Solarfreunde auf die Wüsten ausweichen. Der Platzbedarf ist hier in der Tat nicht das Problem. Das Problem ist der mit dem Platzbedarf einher gehende Materialbedarf. Das kann man sich am Vergleich des Andasol- Kraftwerkes mit einem konventionellen Kraftwerk klar machen. Das Andasol-Kraftwerk ist die wichtigste solarthermische Anlage in Europa, in Andalusien. Es besteht aus drei gleichen Anlagen, wird von der Erlanger Firma Solar Millennium im Verbund mit MAN konzipiert und gebaut und dürfte wohl – Solar Millennium ist mit in der Desertec-Initiative dabei – die Referenzanlage für die Desertec-Vision sein. Jede der drei Andasol-Anlagen hat für eine Jahresstromerzeugung von 180 GWh 3) einen Gesamt-Platzbedarf von knapp 2 km², davon knapp 0,6 km² reine Spiegelfläche, um die Sonnenstrahlen aufzufangen und auf das Wärmeträgerrohr zu fokussieren. Diese Spiegelfläche entspricht einem Quadrat mit über 750 Meter Seitenlänge Nun produziert eines der von den Konzernen üblicherweise betriebenen Großkraftwerke im Dauerbetrieb an die 8.000 GWh = 8 TWh pro Jahr, also 45mal so viel wie Andasol. Um eines dieser kompakten konventionellen Kraftwerke durch eine Andasolanlage mit gleichem Output zu ersetzen, braucht man also einen Platz von rund 90 km², fast ein Drittel der Fläche der Stadt München 4). Davon müssten mehr als 25 km² mit Spiegelglas bedeckt werden. Die Sonnenhitze würde dann in Hightec-Absorberröhren mit einer Länge von über 400 km dem eigentlichen Kraftwerk, den Turbinen und Generatoren zugeführt. Und das ist nur der Ersatz für ein Großkraftwerk, nur 8 TWh.

Platzmäßig ist das in der Wüste kein Problem. So verweisen einige Solarfreaks und die Desertec-Betreiber darauf, dass mit nur 0,3 % der weltweiten Wüstenflächen jeglicher Solarenergiewunsch befriedigt werden kann. Aber der Bedarf von über 25 km² silberbeschichtetem 4 mm dickem Hightec- Spezialglas (so wie in der Andasolanlage verbaut), das ist mehr als eine Viertelmillion Tonnen Spiegelglas – das zeigt, dass Solarenergie nicht einfach verfügbar ist, sondern eine gigantische

Materialschlacht voraussetzt. Um 250.000 Tonnen Glas aufzuständern, sturmfest zu machen und mit Präzisionsmotoren zu versehen, die die Spiegel zehntelmillimetergenau dem Sonnenstand nachfahren, sind Stahlpylonen und –streben in wohl noch sehr viel größerer Masse notwendig. 1 ) Vor allem die Darstellungen von Desertec-Foundation: Red Paper (2009), von Greenpeace: Sauberer Strom aus den Wüsten (2009), von Solar Millennium: Die Parabolrinnen-Kraftwerke Andasol 1 bis 3 (2008), von der DLR: Concentrating Solar Power for the Mediterranean Region (2005), sowie die entsprechenden Kurz- und Pressemeldungen. 2 ) Bei der Biomasse ist es ganz ähnlich. Die gesamte Acker- und Waldfläche Deutschlands würde nicht ausreichen, um allein den deutschen Treibstoffbedarf zu decken. 3 ) 1 Terawattstunde TWh = 1.000 Gigawattstunden GWh = 1.000.000 Megawattstunden MWh = 1.000.000.000 Kilowattstunden kWh. Stromverbrauch in Deutschland zurzeit etwa 600 TWh jährlich.

4 ) Eigentlich noch viel mehr, weil die Solarproduktion im Winter, der Jahreszeit mit dem höchsten Strombedarf, auch in Nordafrika pro m² viel niedriger ist als im Juli, daher also viel mehr Kollektoren erfordert.

Desgleichen für die Hochspannungs-Übertragungsleitungen über viele Tausende Kilometer von tief in der Sahara in die europäischen Industriezentren

5). Nur auf den Ausbau der Solarenergie zu setzen und jeglichen Gedanken an eine

Verbrauchsreduzierung von sich zu weisen, also als einziges Ziel lediglich die Maximierung der Solarstromerzeugung zu verfolgen – das kann man nun wirklich nicht als nachhaltige Strategie bezeichnen. Fährt man eine rein angebotsorientierte Energiepolitik, wie es die Verfechter solarthermischer Kraftwerke – mit ihrer strikten Vorgabe der Umsatzmaximierung – tun, dann stellt sich irgendwann, wahrscheinlich schon bald, die Frage, ob man mit einer solchen Solarstrategie nicht einfach nur den Raubbau an endlichen Öl- und Gasvorräten durch den Raubbau an endlichen Metallvorräten und Mineralien ersetzt. Ohne eine forcierte Stromsparstrategie bedeuten die mit der Investition von 400 Mrd. Euro anvisierten 15 % Anteil am (west-)europäischen Stromverbrauch 6) von 2050 (von 700 TWh schreiben die Desertec-Visionäre) nicht einmal die Hälfte des erwarteten Stromverbrauchswachstums zwischen 2003 und 2050 (Greenpeace in GP 2007: konventionelles Szenario in Anlehnung an die IEA: 3323 TWh in 2003, 4988 TWh in 2050).

Die 700 TWh sind fast das 100-fache der dargestellten Materialschlacht, um ein großes konventionelles Kraftwerk im Dauerbetrieb zu ersetzen (8 TWh) und bedeuten also fast 4.000 Andasolanlagen. Allerdings sind mit den 700 TWh zu 400 Mrd. Euro die Erwartungen der Solarthermik-Nutznießer-Industrie nur angerissen, aber noch längst nicht gedeckt. Ein Bericht von Greenpeace, Solar Paces und Estela (GP 2009) hält es bei einer ”ehrgeizigen Branchenentwicklung” für möglich, dass bis 2050 solarthermische Kraftwerke einen Anteil von einem Viertel des dann gegebenen weltweiten Strombedarfs abdecken. Nach der vorhin zitierten Greenpeace-Studie (GP 2007) beliefe sich das auf ein Viertel von 46.000 TWh in 2050, also etwa 11.500 TWh Solarthermik- Strom – also nicht nur ein Desertec-Projekt bis 2050, sondern 16 Desertec-Projekte

7). Aber auch dieser Gigantismus befriedigt noch nicht die hochgesteckten Erwartungen der Konzerne.Die Firma Solar Millennium, die Erbauerfirma der Andasolanlagen und gleichzeitig eine der Hauptbetreiberinnen der Desertec-Initiative, stellt einen perspektivischen Energieverbrauch und dessen Zusammensetzung für das Jahr 2100 dar, der auf Daten des Beirats der Bundesregierung für globale Umweltveränderungen beruht. Danach könnte sich der weltweite Energieverbrauch von heute etwa 12 Mrd. Tonnen Öleinheiten auf etwa 40 Mrd. Tonnen mehr als verdreifachen. Allerdings soll dann nur ein Achtel dieser Energiemenge fossilen Ursprungs sein, viel weniger als heute und insofern also eine Hinwendung zum Klimaschutz. Die Autoren gehen davon aus, dass in 2100 rund zwei Drittel des Energiebedarfs durch Solarenergie dargestellt wird, davon der größte Teil durch solarthermische Kraftwerke 9). Das bedeutet: Während heute weltweit etwa 18.000 TWh Strom erzeugt werden, erwartet diese Studie – und damit auch der Solarthermik-Hersteller Solar Millennium – in 2100 allein in solarthermischen Kraftwerken eine Stromerzeugung von weit über 200.000 TWh, weit mehr als das Zehnfache der heutigen kompletten weltweiten Stromproduktion. Sogar dann, wenn man durch eine solche größenwahnsinnige Strategie die Klimaänderung verhindern könnte, würde der hinter einer solchen Strategie stehende bedenkenlose Raubbau an allen natürlichen Vorräten der Erde, die Potenzierung des verbrauchsmaximierenden westlichen way of life, die Belastbarkeit der natürlichen Lebensvoraussetzungen überfordern. Der sorgsame Umgang mit der Natur: er ist viel zu wichtig, als dass man ihn den Konzernen überlassen und ihrer Profitmaximierung unterordnen könnte. 5 ) Der Aufwand für Wüstenkraftwerke wird relativ zu Andasol aus zwei Gründen noch bedeutend höher sein: Bei der HGÜ-Fernübertragung kann man gut mit 10 bis 20 % Leitungsverlusten rechnen, entsprechend größer müssen die Erzeugungsanlagen ausfallen. Und: Eine Andasolanlage hat einen Kühlwasserbedarf von fast einer Million m³, der dort durch Grundwasserentzug bereitgestellt wird. Das geht in der Wüste auch beim besten Raubbauwillen nicht. Die Alternative TrockenLuftkühlung führt aber zu erheblichen Wirkungsgradverlusten, mithin also ebenfalls zu entsprechend mehr Parabolspiegelbedarf.

6 ) Nach den kartografischen Darstellungen der Desertec-Initiative endet Europa in etwa an der Linie Litauen – Bulgarien.

7 ) Wenn von einem solchen Projekt schon die Sahara und Arabien rundum verkabelt sind, wo sollen dann die anderen 15 hin?

8 ) Die verschiedenen Energieträger entsprechend ihrem jeweiligen Energieinhalt umgerechnet auf eine energetisch gleichwertige Ölmenge.

9 ) Vermutlich ist hier unterstellt, dass der Verkehr nach Bedarf der Autofahrergesellschaft ausgebaut, aber auf Elektroantrieb umgestellt wird. Elektrofahrzeuge brauchen riesige Batterien, nach derzeitigem technischem Stand Lithium-Batterien. Lithium ist ein relativ ressourcenknappes Metall, das bei einer Elektroverkehrsstrategie schnell an Ressourcengrenzen stoßen wird.

Kritik 2: Riesensubventionen für die Profitmaximierung.

In den USA wurden schon in den 80er Jahren solarthermische Anlagen in die Wüste gebaut – sie sind aber kaum über ein Versuchsstadium hinaus gekommen. In Europa wird am meisten in Südspanien experimentiert: Von den drei geplanten Andasol-Kraftwerken mit je 180 GWh Jahresmenge ist die zweite gerade fertig gestellt. Die Mühe, die die Durchsetzung solarthermischer Anlagen auf dem Strommarkt macht, erweist sich an der Notwendigkeit staatlicher finanzieller und organisatorischer Unterstützung. Umso erstaunlicher die Selbstsicherheit eines Projektes, das mit 400 Mrd. Euro gigantische Ausmaße erreicht und mit einem Investitionszeitraum bis 2050 einen für ein Unternehmen geradezu unvorstellbar langen Horizont abdeckt. Denn: In der privaten Wirtschaft dominiert der kurzfristige Profit, der schnellstmögliche Rückfluss von Investitionsausgaben mehr denn je über eine langfristig orientierte und strategische Geschäfts- und Investitionstätigkeit. Gerade in den letzten Monaten erfahren wir ausführlich, dass Banken sich nur dann auf längerfristige Kredite einlassen, wenn dafür eine besonders hohe Profitabilität plus staatliche Garantien für den Rückfluss locken.

Greenpeace schreibt, dass die Erzeugungskosten für solarthermischen Strom heute bei etwa 15 ct/kWh liegen und die gesetzlich garantierte Vergütung für die Einspeisung dieses Stroms in das Stromnetz in Spanien so weit erhöht wurde, ”dass sich die Projekte betriebswirtschaftlich rechneten” (GP 2009, S. 6). Diese Vergütung liegt bei 28 ct/kWh, also fast beim Doppelten der Erzeugungskosten. Diese Spanne macht deutlich, dass die Konzerne für die Durchführung ihrer Solarthermik-Aktivitäten vom Staat die Schaffung von finanziellen Bedingungen enormer Profitabilität erwarten.

Die Organisation der Finanzen ist das wichtigste Vorhaben der Mitte Juli beschlossenen Desertec- PlanungsGmbH für die nächsten Jahre bis 2012. Bei der Gründungsveranstaltung versprach Staatsminister Gloser vom Auswärtigen Amt finanzielle Hilfestellung seitens der Bundesregierung und der EU. Er erwartet offensichtlich aber sehr hohe Forderungen: ”Der Staat oder die EU können nicht all (!) diese Finanzen aufbringen” (SZ, 14. 7. 2009).Umweltschutz, so wird sich hier ein weiteres mal heraus stellen, ist ungeheuer teuer, wenn man den Umweg über Konzerne macht und diese mit der Garantie hoher Profite zu einem bestimmten Verhalten überzeugen will. Eine Renditeforderung von 25 % lässt gerade im langfristigen Bereich ungeheuer viel mehr Investitionsmöglichkeiten als unrentabel erscheinen als eine außerhalb der Konzernwelt üblichere Renditeerwartung von 5 %. Dementsprechend muss man bei gleichen Projekten Konzernen sehr viel günstigere wirtschaftliche Bedingungen bereit stellen (d.h. sie müssen viel stärker subventioniert werden), als es bei einzelnen Anlegern oder Kommunen oder gemeinnützigen Unternehmen nötig ist.

Kritik 3: Souveränitätsbeschränkung der Erzeugerländer.

Welcher Kapitalist investiert 400 Mrd. Euro äußerst langfristig in Ländern außerhalb der EU, sogar außerhalb der OECD? Der Vertreter der Münchner Rück, die quasi die Rolle des Geschäftsführers in der Desertec-Initiative einnimt, erklärte als wichtigstes Kriterium, dass die Anlagen in politisch sicherenLändern stehen müssten (SZ, 16. 6. 2009). Ein altbekannter Stehsatz. Sind alle dieausgesuchten nordafrikanischen und arabischen Länder sicher im Sinne der Konzerne? Wie werden die Anlagen – aus Sicht des Kapitals – abgesichert gegen jegliche Enteignung, worunter das Kapital auch schon jede profitbeeinträchtigende politische Auflage versteht?

Außer einigen Opec- und einigen UdSSR-Nachfolgeländern ist praktisch die gesamte Welt Mitglied in der Welthandelsorganisation WTO. Die WTO ist ein zentraler Bestandteil der neoliberalen Globalisierung und verpflichtet ihre Mitglieder zu absolut konzernfrommem Verhalten, jedenfalls in der Behandlung ausländischer Unternehmen 10) (isw-spezial Nr. 20). Einer der WTO-Vertragsteile, das TRIMS, verbietet den Staaten (allgemeiner noch als der bekanntere GATS-Vertrag) jegliche besondere Auflagen für Investitionen und Betriebe ausländischer Konzerne, z.B. hinsichtlich Arbeitsplatzforderungen für Einheimische oder das Zur-Verfügung-Stellen von Technologie. Zusätzlich zu den WTO-Verträgen (die Konzerne und ihre politischen Sachwalter nennen das dann ”WTO-plus”) laufen permanent eine Vielzahl von Verhandlungen zwischen zwei oder mehreren Ländern über Investitionsschutz, über den Schutz von Auslandsinvestitionen vor allen vorstellbaren politischen Forderungen im Gastland, die die Konzerne als Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit, also als Enteignung betrachten könnten. Jährlich werden Hunderte solcher Abkommen und Regularien vereinbart.

10 ) Das ist natürlich immer auch eine Machtfrage, aber gerade die wirtschaftlich schwächeren und also bedürftigeren Länder geraten gegenüber den Konzernforderungen erfahrungsgemäß schnell in die Defensive.
Was bleibt für die Erzeugerländer, welchen Anteil werden sie haben am 400-Milliarden-Projekt, außer ein bisschen Strom-Durchleitungsgebühren? Trotz vieler schöner Worte wahrscheinlich herzlich wenig: Die Technologie, die Patente, alle wesentlichen Investitionsgüter kommen aus dem Norden, desgleichen das Fachpersonal außer einigen Bauarbeitern. Der Betrieb der Anlagen kostet wenig, das ist gerade das Schöne an der Solarenergie. Der Betrieb schafft daher außer einigen hoch qualifizierten Überwachungstätigkeiten keine weiteren Arbeitsplätze, desgleichen die Strom- Fernleitungen.

Wenn die solarthermischen Anlagen und die HGÜ-Übertragungsleitungen im Lande sind, dann haben diese Aufnahmeländer kaum mehr Kontrolle und Eingriffsrechte in den Betrieb. Ebenso wenig Einfluss werden sie haben z.B. auf die buchhalterische Gestaltung der Gewinne zur Steuerersparnis und auf den Transfer von Gewinnen ins Ausland. Das ist jedenfalls die Situation, die die Konzerne anstreben: der Inbegriff des ”politisch sicheren Landes”. Nun betonen und verlangen Greenpeace und die Grünen bei ihrer Unterstützung des Desertec- Projektes, dass die Wüstenländer als erste auf Solarenergie umgestellt werden, dass sie also in den Genuss des auf ihrem Boden erzeugten Solarstroms kommen und nur der reichliche Überschuss nach Norden exportiert wird – technisch ein selbstverständliches und sinnvolles Vorgehen. Unter den gegebenen politsch-ökonomischen Umständen wird das aber schnell dazu führen, dass Konzerne wie EON & RWE die marokkanische, die tunesische, die ägyptische usw. Stromerzeugung reorganisieren,betreiben und sich aneignen.

Die Alternative.

Das isw hat im Frühjahr 2008 im Report Nr. 73 (Klima-Killer Konzerne)ausführlich die laufende Klimapolitik analysiert und Forderungen / Gegenkonzepte aufgestellt. Hier soll nur das hier einschlägig Relevante angesprochen werden. Die Desertec-Initiative zeigt sehr deutlich, dass der simple Ersatz von Kohle & Atom durch Solar nicht reicht. Die Energieeinsparung ist auf Jahrzehnte hinaus noch mindestens so wichtig wie das Umschwenken auf erneuerbare Energien. Gerade Greenpeace hat 2007 in einer ausführlichen, gründlichen Studie die enormen technischen Potenziale für eine Verbrauchsreduzierung dargestellt.

Ein zentraler Punkt einer Klimaschutzpolitik muss in der Dezentralisierung und Rekommunalisierung der Energieversorgung liegen. Die Stadtwerke als im Gemeineigentum befindliche und dem Gemeinwohl statt der Profitmaximierung verpflichtete Unternehmen müssen als kompetente Kerne der Klimapolitik ausgebaut werden. Sie sind nah an den konkreten Gegebenheiten, können basisnah
demokratisch geführt werden, sind kompetent für Strom und Gas, können und müssen verstärkt die Kraftwerksabwärme nutzen, müssen ein lokales / regionales Kompetenzzentrum aufbauen für Energieeinsparung sowohl in öffentlichen Bereichen wie auch zur Beratung und Hilfestellung für Private, desgleichen zur Forcierung des Ausbaus regenerativer Energien, müssen einen klimaschonenden Nahverkehr voran treiben. Wenn die Stromnetze von den Konzernen heraus gelöst sind und von der öffentlichen Hand betrieben werden (unter den derzeitigen Regierungen leider nicht absehbar), besteht die Möglichkeit der Vernetzung der Stadtwerke (Abgleich von Überschussenergie), der bevorzugten Einspeisung und Durchleitung etwa von norddeutschem Windstrom oder von Kraft-Wärme-Kopplungs-Strom, der gezielten Benachteiligung von Kohle- und Atomstrom.

Natürlich soll intensiv an solarthermischen Kraftwerken und auch an verlustarmer Strom-Fernübertragung sowie insbesondere auch an Möglichkeiten zur Speicherung von Strom geforscht werden. Aber die forschenden Institutionen müssen hinsichtlich der Forschungsziele an demokratische, politisch gefasste Beschlüsse gebunden werden statt an das Ziel der Profitmaximierung. Staatliche Energieforschung bestand bisher größtenteils aus Atom- und an zweiter Stelle Kohleforschung. Die für Hunderte Milliarden Dollar weltweit erarbeiteten Ergebnisse wurden praktisch an die Konzerne verschenkt. Eine neue staatliche Energieforschung muss sich viel mehr an den Problemen und Möglichkeiten einer Klimaschutzpolitik und konkret am Bedarf der Stadtwerke als den Vorwärtstreibenden einer solchen Politik orientieren. Erworbenes Wissen wird
nicht mehr an die Konzerne abgegeben, sondern selbst genutzt (Stadtwerke, öffentliche Netze) –oder: an die armen Länder weiter gegeben.

Auf der Rio-Konferenz 1992 verpflichteten sich die reichen Länder zur Weitergabe von klimaschonenden Technologien an die armen Länder. Das blieb bisher ein leeres Versprechen – klar, wenn die Konzerne im Besitz der Technologien sind. Von einem reichen Land, eingebunden in einer einigermaßen solidarischen Weltinnenpolitik statt in einer Konkurrenz von Raubbau- Gesellschaften, muss verlangt werden, dass es die Resultate dieser neuorganisierten staatlichen, demokratisch beschlossenen Forschungen beispielsweise einer noch zu schaffenden UNO-Stelle zur Verfügung stellt. Diese UNO-Stelle gibt diese Resultate kostenlos oder auch gegen niedrige oder
höhere Lizenzgebühr an interessierte Länder, an deren Forschungsinstitutionen weiter. Mit einem solchen Vorgehen wäre sehr viel mehr gewährleistet, dass Solarthermik eingebettet ist in ein Gesamtkonzept Klimaschutz, dass ihre ganz sicher wichtige Rolle gewahrt bleibt, und dass die Menschen in den heißen Ländern selber bestimmen können, was sie wie in ihren Ländern aufgebaut haben möchten.

Quellen:

Desertec Foundation: Red Paper. Das Desertec Konzept im Überblick, 2009

DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt: Concentrating Solar Power for the Mediterranean Region, 2005

Greenpeace International, European Renewable Energy Council: Globale Energie(r)evolution, Januar 2007

Greenpeace International, Solar Paces, Estela: Sauberer Strom aus den Wüsten. Globaler Ausblick auf die

Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009

Solar Millennium: Die Parabolrinnen-Kraftwerke Andasol 1 bis 3. Die größten Solarkraftwerke der Welt; Premiere

der Technologie in Europa, 2008

SZ – Süddeutsche Zeitung: Solarstrom aus der Wüste, 16. 6. 2009

SZ – Süddeutsche Zeitung: Sonnige Zukunft, 14. 7. 2009

isw – spezial Nr. 20: Die Entwicklungsländer im System von WTO und IWF. Konzerngetriebene Regulierung der

Weltwirtschaft, April 2007

isw – report Nr. 73: Klima-Killer Konzerne. Wie Konzerne und Marktwirtschaft das Klima kaputt machen, April 2008
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Beitrag2028/2041, 26.08.09, 07:35:12 
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Conergy baut größten Solarpark Norddeutschlands.

Das Solarunternehmen Conergy hat einen Auftrag zum Bau des nach eigenen Angaben größten Solarparks in Norddeutschland erhalten. Für eine Investorengruppe werde eine 4,2 Megawatt-Anlage in Hörup bei Flensburg errichtet, teilte die Tecdax-Gesellschaft am Mittwoch mit. Die Investitionssumme liegt laut Conergy (Xetra: 604002 - Nachrichten) im zweistelligen Millionenbereich. An der Finanzierung beteiligen sich drei Investoren und ein Bürgersolarpark. Die eingesetzten Module, Wechselrichter und Gestellsysteme stammen den Angaben nach ausschließlich aus der Conergy-Produktion.
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Beitrag2027/2041, 27.08.09, 11:20:14 
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Chinesischer Photovoltaik-Produzent Baoding Tianwei startet Massenfertigung von Dünnschicht-Solarmodulen mit Technologie von Oerlikon Solar.

Während China die Nutzung der Solarenergie vorantreibt, um seinem steigenden Energiebedarf gerecht zu werden und die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen zu reduzieren, geben Tianwei und Oerlikon Solar die Fertigstellung einer der größten Produktionsstätten für Dünnschicht-Solarmodule in China bekannt. Mit der Anlage, die vor dem geplanten Termin fertig gestellt worden sei, sollen in der Startphase des Tianwei-Projekts 500.000 Module pro Jahr produziert werden, die eine Nennleistung von insgesamt 46 Megawatt haben, berichten die Unternehmen in einer Pressemitteilung. Oerlikon Solar ist mit zehn produzierenden Fabriken ein führender Anbieter im Segment Dünnschicht-Solaranlagenproduktion und erreicht nach eigenen Angaben die kürzeste Produktionseinführungszeit. Die Dünnschicht-Solartechnologie bietet gegenüber herkömmlichem Silizium einen Kostenvorteil und ermöglicht erhebliche Effizienzsteigerungen. In der Anfangsphase nutzt Tianwei Oerlikon Solars "Amorph High Performance"-Technologie. "Oerlikon Solar stellte die Anlage vor dem geplanten Termin fertig und übertraf sich an Effizienz", erklärte Ma Wenxue, General Manager von Tianwei Solarfilms Co. Ltd. "Es war unglaublich mit anzusehen, wie sich bei der Errichtung dieser hochmodernen Herstellungsanlage ein leerer Raum innerhalb von nur sechs Monaten in eine vollständige Produktionsstädte verwandelte", so Ma Wenxue weiter.


Chinesisches Finanzministerium subventioniert Solarstrom-Anlagen mit und ohne Netzanbindung.

Ein schnellstmöglicher Produktionsstart sei für Tianwei von wesentlicher Bedeutung, um dem Bedarf des stark expandierenden Solarmarktes in China gerecht werden zu können, heißt es in der Pressemitteilung. Im Rahmen des am 21. Juli 2009 angekündigten Programms "Golden Sun" will das chinesische Finanzministerium die Baukosten für Solarstrom-Anlagen mit Netzanbindung zur Hälfte durch Subventionen unterstützen. Darüber hinaus sollen Anlagen ohne Netzanbindung bis zu 70 % staatlich gefördert und gegebenenfalls anfallende Übertragungskosten abgedeckt werden.


Von 50 auf 500 Megawatt in drei Jahren.

Vor diesem Hintergrund rechneten Analysten damit, dass China innerhalb von drei Jahren eine installierte Photovoltaik-Leistung von 500 Megawatt (MW) erreichen könnte, heißt es in der Pressemitteilung. Im Jahr 2008 seien lediglich 50 Megawatt installiert worden. "Um neue Produktionsstätten und -anlagen termin- und kostengerecht in Betrieb nehmen zu können, hat Oerlikon Solar seine Methodik weiterentwickelt, getestet und perfektioniert", erläutert Jeannine Sargent, Vorstand von Oerlikon Solar. "Dies ist entscheidend, um auf dem Weg zur Netzparität eine Spitzenposition einzunehmen und der herkömmlichen fossilen Energieversorgung eine saubere erneuerbare Solarenergie entgegenzustellen", so Sargent weiter.
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Beitrag2026/2041, 03.09.09, 15:05:55 
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Wüstenstromprojekt Desertec soll im Oktober starten.

Das Wüstenstromprojekt Desertec, eins der weltweit ehrgeizigsten Erneuerbare-Energien-Projekten, nimmt Formen an: "Wir werden im Oktober, spätestens im November (Düsseldorf: NBXB.DU - Nachrichten) mit Gründung der Desertec-Gesellschaft an den Start gehen", sagte René Umlauft von Siemens der "Süddeutschen Zeitung". Als Chef des Konsortiums ist dem Blatt zufolge der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) im Gespräch.

Die Planungen für das Projekt sind laut Umlauft weit fortgeschritten. In wöchentlichen Treffen würden die Mitglieder der Initiative derzeit an einer Geschäftsordnung und dem Gesellschaftervertrag arbeiten.

Siemens gehört zu den zwölf Gründungsmitgliedern der Initiative Desertec, die Solar (Kopenhagen: SOLAR-B.CO - Nachrichten) - und Windenergie in den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens erzeugen will. Ziel ist, einen Teil der dort gewonnenen Energie auch nach Europa zu importieren.

Als wichtigste Entscheidung gelte in Kreisen des Konsortiums die Besetzung des Chefpostens, berichtet die Zeitung. Nach ihren Informationen ist der frühere Chef des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer Wunschkandidat mehrerer Mitglieder. Umlauft sagte lediglich, derzeit werde über die Besetzung und den Zuschnitt der Führungsposten gesprochen.
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Beitrag2025/2041, 03.09.09, 22:24:46 
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Photovoltaik-Hersteller Evergreen Solar und Jiawei Solar feiern Spatenstich für 100 MW-Fabrik in China.

Spatenstich für die neue Photovoltaik-Fabrik in Wuhan.

Das Photovoltaik-Unternehmen Evergreen Solar, Inc. und sein Vertragspartner Jiawei Solarchina Co. begingen am 31.08.2008 mit einem Festakt den Spatenstich für ihre neue 100 Megawatt-Produktionsanlage in Wuhan (Zentralchina). Die neue Produktionsanlage entsteht auf Grundlage eines Vertrags zwischen Evergreen Solar und Jiawei: Auf dem Campus von Jiawei errichtet Evergreen seine patentierten "Quad"-Schmelzöfen, in denen vier Solar-Wafer gleichzeitig aus der Schmelze gezogen werden können. Jiawei verarbeitet die String Ribbon-Wafer dann zu lizenzierten Evergreen Solar-Panelen weiter. "Heute ist ein wichtiger Tag für das Wachstum von Evergreen Solar", betonte Richard M. Feldt, Präsident und Vorstand von Evergreen Solar. "Durch die Kombination von Evergreen Solars einzigartiger Technologie mit Jiaweis hoher Qualität haben wir ein Erfolgsrezept, um multikristalline Solarmodule mit der weltweit besten Leistung und den niedrigsten Preisen zu produzieren. Wir freuen uns sehr, dass der Bau ganz nach Plan läuft und darauf, unsere String Ribbon-Solarmodule ab Frühjahr 2010 hier produzieren zu können", so Feldt weiter.
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Beitrag2024/2041, 03.09.09, 22:39:03 
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Physiker der Universität Potsdam arbeiten in neuem Forschungsverbund an organischen Hybrid-Solarzellen

Wissenschaftler des Potsdamer Universitäts-Instituts für Physik und Astronomie sind am gerade gestarteten neuen Forschungsverbund "Selbstorganisation in organischen Hybridsolarzellen - SOHyb" beteiligt. Ziel des im Rahmen der Initiative "Organische Photovoltaik" ins Leben gerufenen BMBF-Projekts ist, die drei traditionell verschiedenen Ansätze bei der Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie zu einem gemeinsamen Konzept einer organischen Hybridsolarzelle zusammenzuführen. Experten versprechen sich davon niedrigere Herstellungskosten als bei den bisher üblichen Solarzellen und hinsichtlich der Anwendung in zahlreichen Gegenständen des Alltags eine große Produktvielfalt. In der organischen Photovoltaik (OPV), der Umwandlung von Sonnenenergie in elektrische Energie, mittels photoaktiver Kohlenwasserstoffverbindungen, werden traditionell drei Konzepte verfolgt. Dies sind zum einen Mehrschichtsysteme aus aufgedampften kleinen Molekülen, Zellen auf der Grundlage von löslichen halbleitenden Kunststoffen sowie Solarzellen mit farbstoffsensibilisierten porösen Schichten. In der Region Brandenburg-Berlin werden diese unterschiedlichen Konzepte erforscht am Institut für Physik und Astronomie der Universität Potsdam, am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung Potsdam-Golm sowie am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung Potsdam-Golm.


Gemeinsames Konzept zur Herstellung einer organischen Hybridsolarzelle

Ziel des kürzlich gestarteten Forschungsverbundes "Selbstorganisation in organischen Hybridsolarzellen - SOHyb" ist nun, diese Varianten in ein gemeinsames Konzept der Herstellung einer organischen Hybridsolarzelle einzubringen. Langfristig soll damit eine neue Grundlage für einfach herstellbare Schichtsysteme mit hohem Potenzial für die kostengünstige Fertigung im industriellen Maßstab entwickelt werden. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der selbstorganisierten Nanostrukturierung der Schichten.


Sehr gute Perspektiven für organische Solarzellen

In den vergangen Jahren wurden organische Halbleiter, wie Farbstoffe oder photoaktive Polymere, für verschiedene opto-elektronische Anwendungen entwickelt und optimiert. Unter anderem wurde ihre Eignung als photoaktive Schichten für die Herstellung von Solarzellen intensiv erforscht. Aufgrund der erwarteten niedrigen Kosten und der potentiellen Produktvielfalt werden organischen Solarzellen sehr gute Perspektiven bescheinigt. Solche Zellen eröffnen neue Anwendungsfelder, die mit anorganischen, aus Silizium bestehenden Solarzellen nur schwer zu realisieren sind. Von besonderem Interesse ist der Einsatz in Fenstern, Lamellenjalousien mit Photovoltaik-Funktion oder Strom produzierenden Gerätegehäusen oder Textilien.


OPV-Zellen mit sehr hohen Wirkungsgraden als Ziel

Effiziente Solarzellen lassen sich mit organischen Materialien nur aufbauen, wenn ein Elektronenspender mit einem Elektronenempfänger kombiniert wird. Bei Bestrahlung mit Licht erfolgt ein so genannter "photoinduzierter Elektronentransfer" vom Spender zum Empfänger. Dieses Elektron kann nach außen abgeführt werden. In aktuellen Forschungsprojekten wird nun versucht, diese Materialien zu Zellen mit sehr hohen Wirkungsgraden zu kombinieren.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) innerhalb der Initiative "Organische Photovoltaik" dreieinhalb Jahre lang mit insgesamt drei Millionen Euro finanziell unterstützt.
So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt.
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Beitrag2023/2041, 05.09.09, 14:15:28 
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Photovoltaik-Unternehmen SYSTAIC vereinbart Übernahme mehrerer Solarkraftwerke mit KGAL.

Photovoltaik-Projekt von SYSTAIC: Gewächshäuser auf Sardinien werden Solarkraftwerke

Die KGAL (KG Allgemeine Leasing GmbH & Co.; Grünwald) und das Solartechnologie-Unternehmen systaic AG (Düsseldorf) haben sich auf die Übernahme eines Kraftwerks-Portfolios verständigt, berichtet SYSTAIC in einer Pressemitteilung. Hierzu übliche Detailprüfungen sollen noch im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Die Photovoltaik-Anlagen verfügen laut SYSTAIC über eine Gesamtleistung von rund 32 Megawatt (MWp). Neben bereits kommunizierten Projekten auf Sardinien umfasse das Portfolio auch Solar-Kraftwerke in Spanien. Das Gesamtvolumen belaufe sich auf mehr als 150 Millionen Euro. "Nachhaltige Investitionsmöglichkeiten in Solarparks werden von Anlegerseite stark nachgefragt", erklärt Dr. Klaus Wolf, Mitglied der Geschäftsführung der KGAL. "Daher freuen wir uns, mit der systaic AG einen äußerst verlässlichen Partner in diesem Bereich zu haben, der vielfach bewiesen hat, dass er technisch exzellente fotovoltaische Anlagen termingerecht realisieren kann."


Vorstandsvorsitzender Pack erwartet umfangreiche Aufträge für 2010

Die Vereinbarung umfasse sowohl bereits vollständig realisierte, als auch zurzeit im Bau befindliche und noch im laufenden Jahr fertig zu stellende Solarstromkraftwerke der SYSTAIC-Gruppe. Das aktuelle Übereinkommen setze die im letzten Jahr mit dem Verkauf mehrerer Photovoltaikkraftwerke in Spanien begonnene Zusammenarbeit mit der KGAL fort. "Wir freuen uns sehr darüber, im Bereich der Solarkraftwerke erneut mit der KGAL zu kooperieren", so Michael Pack, Vorstandsvorsitzender der systaic AG. "Die Vereinbarung mit diesem renommierten und europaweit führenden Finanzdienstleister deckt einen erheblichen Teil unserer Umsatzplanung bis Ende 2009 ab. Darüber hinaus wurden bereits weitere von uns zu errichtende Kraftwerksprojekte von der KGAL optioniert. Hierin zeigt sich auch die Richtigkeit unserer professionellen Aufstellung im Solarkraftwerksgeschäft zusammen mit unserer Tochtergesellschaft Enerparc. Durch unser starkes Netzwerk mit internationalen Projektentwicklungspartnern verfügen wir über eine umfangreiche Auftragspipeline für 2010, die weiteres Wachstum erwarten lässt."
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Beitrag2022/2041, 07.09.09, 00:50:40 
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Solare Kühlung. Kälte, die aus der Sonne kommt.

Kühle Raumluft an heißen Sommertagen - bisher schaffen das nur Klimaanlagen. Doch jetzt mischt die Solarindustrie den Markt auf: Eine Hamburger Firma wandelt Sonnenlicht preisgünstig in Kälte um. Mit geringem Stromverbrauch - und ohne CO2-Ausstoß.

Dortmund - Die Technik ist Standard - dabei ist sie oft sinnlos: Die Sonne scheint, im Haus wird es warm, und die Solaranlage produziert noch zusätzlich Heizwärme. Viel besser sind da solare Kühlsysteme: Sie funktionieren wie eine Klimaanlage, aber auf Basis des Sonnenlichts. Ohne viel Strom zu fressen und ohne CO2 auszustoßen.

Doch die revolutionäre Technik steckt noch in den Kinderschuhen: Bisher ist die solare Kühlung schlicht zu teuer. Die Hamburger Firma Thermodyna könnte dies nun ändern: Sie will eine Anlage bauen, die Strom-, Wärme- und auch Kälte erzeugen kann - je nachdem, was der Verbraucher gerade braucht. Eine klassische Klimaanlage, die teuren Strom verschlingt, ist nicht mehr nötig.
Herzstück ist dabei der sogenannte Schukey-Motor, er wandelt Sonnenstrahlen in Kälte für die
Gebäudekühlung um. Für nur fünf Cent stellt er eine Kilowattstunde Nutzkälte her. Zum Vergleich: Bei konventionellen Klimaanlagen belaufen sich die Kosten auf zwölf bis 14 Cent.
"Es gibt keine Elektronik und nur wenige Einzelteile", beschreibt Firmenchef Volker Bergholter die
"sensationelle Einfachheit" des Geräts. Zwei Motoren sind für die Kälteproduktion nötig: Der Antreiber wandelt Dampf, den etwa ein Solarkollektor erzeugt, in mechanische Energie um. Diese treibt die eigentliche Kältemaschine an, die feucht-warme Raumluft einsaugt, sie komprimiert, expandiert und so auf 20 Grad Celsius herunterkühlt.
Ab 2010 will Thermodyna die ersten solcher Maschinen verkaufen und damit Bewegung in den
Solar-Markt bringen. Ihr großer Vorteil: Die Kälte braucht man genau dann, wenn die Sonne scheint.
Anders als bei Strom und Wärme produziert die solare Kältemaschine also nicht am Bedarf vorbei.
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Beitrag2021/2041, 07.09.09, 00:53:54 
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Neue Solarzellen liefern mehr Strom.

Bislang kann Solarstrom noch nicht mit konventionellen Energiequellen konkurrieren. Hohe Siliziumpreise treiben die Herstellungskosten nach oben. Doch mit technischen Tricks erreichen Hersteller immer höhere Wirkungsgrade – der entscheidende Faktor, um Kosten zu senken.

MÜNCHEN. Noch ist in der Solartechnik das Ende der Fahnenstange nicht erreicht. Den Herstellern gelingt es immer wieder, mit speziellen Techniken die Wirkungsgrade weiter zu steigern. Zum Beispiel die chinesische Firma Suntech Power: Sie hat eine sogenannte Pluto-Solarzelle entwickelt, die dank einer speziell behandelten Oberfläche und dünneren elektrischen Kontakten auf der Frontseite mehr Sonnenlicht absorbiert und so bis zu sieben Prozent mehr Strom erzeugt. Zellen, die mit diesen Modulen gefertigt werden, liefern laut dem Hersteller mehr als 300 Watt. Die Seriefertigung soll in Kürze starten.

Die Technik hat Suntech zusammen mit der University of New South Wales in Sydney entwickelt. Das Herstellverfahren basiert allerdings auf Knowhow aus Deutschland: Suntech hat 2008 für 54 Mio. Euro den Schwarzwälder Anlagenbauer KSL-Kuttler übernommen, der das Equipment und die Automation für die Pluto-Fertigung liefert. Produziert wird die Technik zunächst in China, wo der Solarkonzern bereits große Photovoltaikfabriken betreibt.

Suntech will 2009 eine Kapazität von 50 Megawatt mit den neuartigen Pluto-Zellen und-modulen herstellen - und die Produktion in den kommenden Jahren dann deutlich ausweiten. Bereits bis Ende dieses Jahres soll dafür 300 Megawatt-Herstellkapazität geschaffen werden.

Die neuen Solarzellen sind ein weiterer Schritt zur Wettbewerbsfähigkeit des Sonnenstroms. Bislang kann Solartechnik nicht mit konventionellen Energiequellen konkurrieren, da ihre Herstellung unter anderem wegen der hohen Siliziumpreise noch zu teuer ist. Um Kosten zu senken, reduzieren die Firmen den Rohstoffverbrauch oder entwickeln Techniken, die Licht mit einem höheren Wirkungsgrad in Strom umwandeln.

Wissenschaftler sind überzeugt, dass sich kristalline Hocheffizienz-Konzepte dank ihres hohen Kostensenkungspotenzials gegen andere Solartechniken durchsetzen werden. Der Wirkungsgrad sei der entscheidende Faktor, um Kosten zu senken, sagt Karsten Bothe, Leiter der Gruppe Photovoltaik Charakterisierung am Institut für Solarenergieforschung in Hameln (ISFH).

Hier setzt auch Suntech an: Winzige, pyramidenförmige Vertiefungen sammeln das Licht auf der Oberfläche. An ihren Schrägen wird das Licht so reflektiert, dass es erneut auf die Siliziumoberfläche trifft - also quasi eine zweite Chance zur Absorption erhält, falls es nicht schon beim ersten Kontakt vom Silizium geschluckt worden ist.


Eine Siliziumoxidschicht unterhalb der Pyramiden fördert die Absorption der Lichtteilchen und verhindert zugleich, dass sich durch die Photonen erregten Ladungsträger - negative Elektronen und positive Elektronenlöcher - an der Oberfläche gegenseitig auslöschen und damit für den Solarstrom verloren gehen. Diese Rekombination tritt besonders an der Oberfläche auf, da diese eine Störung des Kristallgitters darstellt. Dünnere elektrische Kontakte verringern zudem den Schattenwurf auf der Frontseite. Dadurch steigt der Wirkungsgrad von 15,2 auf bis zu 17,5 Prozent bei multikristallinen Zellen und von 17,2 auf bis zu 19 Prozent bei monokristallinen.

Allerdings ist die Pluto-Produktion aufwendig. Suntech verzichtet auf das gängige Siebdruckverfahren zur Aufbringung der Kontakte und nutzt verschiedene neue Prozessschritte zur Oberflächentexturierung und Metallisierung. Man habe ein wirtschaftliches Herstellverfahren für Pluto gefunden, sagt Europachef Jerry Stokes. Er glaubt daher, dass die neue Technik dank ihres gutes Preis-Leistungs-Verhältnisses stark gefragt sein wird. Vor allem in Europa und Nordamerika sieht er gute Absatzchancen.

Die Chinesen treffen dort allerdings auf eine starke Konkurrenz. Auch dort arbeiten die Hersteller an Techniken mit höherer Effizienz. Großes Potenzial wird etwa Rückkontaktzellen zugesprochen. Stromsammelschienen und Kontakte befinden sich hier auf der Rückseite der Zelle, so dass das einfallende Licht komplett umgewandelt werden kann. Der führende Hersteller von Rückseitensammlern, die US-Firma Sunpower, fertigt bereits Zellen mit mehr als 20 Prozent Wirkungsgrad. Damit produzierte Module erreichen 19,3 Prozent Effizienz und erzeugen 315 Watt Strom - kein anderes Paneel ist momentan leistungsstärker.

Allerdings ist Sunpower auf hochreines monokristallines Silizium angewiesen, das wegen der aufwendigen Herstellung sehr teuer ist.Der niederländischen Firma Solland Solar ist es sogar gelungen, multikristalline Zellen zu fertigen, die zumindest einen Teil der verschattenden Metallisierung auf die Rückseite tragen. Bei diesen so genannten MWT-Zellen (Metall Wrap Through) befindet sich zwar noch das feine Kontaktgitter auf der Front, die Stromsammelschienen liegen aber hinten. Dank der helleren Frontseite steigt der Wirkungsgrad auf 16,5 Prozent. Das MWT-Modul erreicht somit 15 Prozent, während Paneele, die mit Sollands Standardzellen gefertigt werden, nur auf 13,5 Prozent Effizienz kommen.

Eine Alternative zu Rückseitenkonzepten sind so genannte HIT-Zellen (Heterojunction with Intrinsic Thin Layer), die Sanyo aus Japan anbietet. Der Konzern kombiniert kristalline mit Dünnschichttechnik, um die Stromausbeute zu erhöhen. Die Entwickler beschichten die monokristalline Siliziumscheibe beidseitig mit amorphem Silizium und verringern so Ladungsträgerverluste an der Oberfläche. Auf diese Weise erzielen sie hohe Effizienzen: Jüngst steigerte Sanyo den Wirkungsgrad seiner HIT-Zellen auf 20 Prozent. Das Modul liegt damit bei 17,3 Prozent und bringt überdurchschnittliche 240 Watt Leistung.
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Beitrag2020/2041, 09.09.09, 07:48:20 
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China plant weltgrößtes Sonnenkraftwerk.

Ein einziges Sonnenkraftwerk soll so viel Strom wie zwei Atommeiler erzeugen: In China entsteht der größte Solarpark der Welt. Schon im kommenden Sommer sollen die Arbeiten beginnen - mit im Boot ist der amerikanische Modulhersteller First Solar.

Tempe/Peking - China plant den Bau des weltgrößten Sonnenkraftwerkes. In der mongolischen Wüste soll bis 2019 ein gigantischer Park aus Sonnenzellen entstehen, die mit zwei Gigawatt soviel Strom erzeugen wie etwa zwei Atomkraftwerke zusammen.

Große Pläne: First Solar hat einen gigantischen Auftrag in China ergattert.

© First SolarMit dem Bau in Ordos in der Inneren Mongolei soll schon im Juni nächsten Jahres begonnen werden. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem amerikanischen Modulhersteller First Solar wurde am Dienstag in Tempe im US-Bundesstaat Arizona während des Besuches des chinesischen Parlamentschefs Wu Bangguo unterzeichnet.

In der anfänglichen Demonstrationsphase soll der Solarpark in Nordchina zunächst 30 Megawatt leisten. In Schritten soll das photovoltaische Kraftwerk erst um jeweils 100 Megawatt und zuletzt 1000 Megawatt ausgebaut werden, teilte First Solar mit. Während die im Juli verkündete Vision europäischer Stromkonzerne, in Nordafrika das größte Sonnenkraftwerk der Welt bauen zu wollen, von einer Realisierung weit entfernt sei, werde das Projekt in der mongolischen Wüste schon nächstes Jahr ersten Strom produzieren, hieß es.

Der Chef von First Solar, Mike Ahearn, lobte die Regierung in Peking für die Entwicklung eines Marktes für Solarzellen in China. Der Solarpark sei ein "ermutigender Schritt in Richtung einer Installation von Solarkraft auf breiter Front weltweit, um Klimawandel-Sorgen zu mildern".

China werde voraussichtlich in Kürze nationale Tarife für die Einspeisung von Strom aus Solaranlagen ins Netz bekanntgeben. Diese Politik sei entscheidend für das Projekt und die weitere Entwicklung der Solarenergie.

China will den Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 auf 10 Prozent und bis 2020 auf 15 Prozent ausbauen, wobei allerdings auch Wasserkraft mitgerechnet wird. Bis 2020 will China seine Solarkapazitäten von heute 90 Megawatt auf 10 bis 20 Gigawatt ausbauen.

Das heute größte Sonnenkraftwerk in Deutschland, das im August nördlich von Cottbus in Brandenburg in Betrieb gegangen ist, leistet auf einer Fläche von 210 Fußballfeldern 53 Megawatt. Es wurde auch mit Modulen von First Solar bestückt.

Das in New York gelistete Unternehmen erwägt nach eigenen Angaben die Möglichkeit, vor Ort in der Mongolei auch Module zu produzieren. Nach der Unterzeichnung der grundsätzlichen Absichtserklärung über das Solarkraftwerk müssen beide Seiten jetzt die eigentlichen Verträge aushandeln.
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Beitrag2019/2041, 12.09.09, 20:07:49 
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Photovoltaik-Produzent Odersun unter den aussichtsreichsten Cleantech-Unternehmen weltweit.

Solar-Bänder und –Module von Odersun.

Die Odersun AG (Frankfurt/Oder) Hersteller von Dünnschicht-Solarzellen und -modulen, wurde aus mehr als 3.500 Kandidaten von einer Expertenjury als eines der 100 erfolgversprechendsten Cleantech-Unternehmen weltweit ausgewählt. Die britische Tageszeitung "The Guardian" kooperierte bei der Erstellung der "Global Cleantech 100" mit der Cleantech Group. Diese Liste enthält erstmalig eine umfangreiche internationale Auswahl von Unternehmen, die "über technologische Innovationen verfügen, welche die Lösung der CO2-Problematik bedeutend voranbringen können." Zentrales Auswahlkriterium zur Aufnahme unter die besten 100 Unternehmen, ist die Bandbreite der Anwendungen der Technologie sowie die erfolgreiche Aufnahme von Kapital zur Finanzierung der Unternehmensentwicklung. Bereits im September 2008 war Odersun im Rahmen des europäischen Rankings der "CleanTech 100" von The Guardian / Library House als "Europe’s hottest Cleantech Company" gewürdigt worden.


Flexible Solar-Bänder zur Photovoltaik-Gebäudeintegration

"Wir freuen uns, Teil einer so exklusiven Auswahl umweltbewusster Unternehmen zu sein", kommentiert Dr. Hein van der Zeeuw, Vorstandsvorsitzender der Odersun AG, "Die Integrationsfähigkeit unserer Module, ermöglicht weltweit mehr und auch vielfältigere Anwendungen solarer Energiegewinnung, wie solar integrierte Dächer und Fassaden", erläutert van der Zeeuw. Die Odersun AG produziert CIS (Kupfer-Indium-DiSulfid)-Solarzellen auf Kupferbandbasis. Die Zellen werden in einem eigens entwickelten Rolle-zu-Rolle-Produktionsverfahren hergestellt. Die flexiblen Solar-Bänder können unter Verwendung einer Reihe verschiedener Materialien zur Einbettung der Zellen, zu Modulen unterschiedlicher Größe verarbeitet werden. Aufgrund dieser herausragenden Flexibilität, bescheinigte die Jury den Odersun Modulen eine "einzigartige Eignung zur Gebäudeintegration von außerordentlichem Wert."
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Beitrag2018/2041, 12.09.09, 20:13:30 
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aleo solar AG liefert Photovoltaik-Module nach Australien.

Die aleo solar AG (Oldenburg, Prenzlau) wird im viel versprechenden australischen Photovoltaik-Markt aktiv, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Erste Lieferungen von Solarmodulen seien bereits erfolgt, unter anderem seien für eine Schule im Bundesstaat Victoria polykristalline Solarmodule geliefert worden. Insgesamt 24 Module des Typs "aleo S_16" schimmern auf dem Gebäude der deutschen Rudolf-Steiner-Schule in Mansfield. Zum Lieferumfang gehörten auch Wechselrichter und das Montagesystem. Installateur für das Photovoltaik-Aufdachprojekt mit einer Leistung von vier Kilowatt (kWp) war der autorisierte aleo-Partner Remtron Automation in Melbourne. "Unsere Kunden haben großes Interesse an deutschen Solarmodulen", sagt Adrian Matthews, Geschäftsführer von Remtron. "aleo solar bietet hervorragende Qualität, langjährige Erfahrung im Aufdachanlagengeschäft und ist ein exzellenter Partner in punkto Service und Marketing." Weitere Anlagen seien bereits in der Realisierung.

Australien bietet als sonnenreiches Land hervorragende Rahmenbedingungen für die Photovoltaik. Die Jahreserträge sind laut aleo Solar mit bis zu 2.000 Kilowattstunden pro Kilowatt Nennleistung etwa doppelt so hoch als in Deutschland. Im August 2009 gab die Regierung bekannt, dass Australien bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken will. Aus diesem Grund hat die Regierung unter anderem das Programm "Solar Credits" gestartet. Dies soll vornehmlich private Haushalte ermuntern, solare Aufdachanlagen zu installieren. Insbesondere kleinere Anlagen werden finanziell sehr gut gefördert. Die Regierung will rund vier Milliarden Australische Dollar (ca. zwei Mrd. €) für entsprechende Förderprogramme sowie Großprojekte bereitstellen.
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Beitrag2017/2041, 13.09.09, 10:06:49 
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Munich Re hofft auf Unterstützung für Desertec.

München (dpa) - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hofft auf breite Unterstützung in Nordafrika und im Mittleren Osten (MENA) für das milliardenschwere Wüstenstrom-Projekt Desertec.

Energie- und Wasserversorgung seien die Zukunftsthemen schlechthin für die Region, sagte Christian Kraut, bei der Munich Re zuständig für die MENA- Region, der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Erste Gespräche auf politischer Ebene in der Region seien bereits angelaufen. «Generell sehen wir eine positive Resonanz, denn die Länder können von dem Projekt profitieren.» Für eine Einschätzung zur konkreten Beteiligung einzelner Staaten sei es aber noch zu früh.

Bei dem Projekt geht es um riesige solarthermische Anlagen, die aus der Wüstensonne Strom für die Menschen in der Region und für Europa produzieren sollen. Die Investitionen werden auf rund 400 Milliarden Euro geschätzt, der erste Strom könnte nach dem Bau eines geeigneten Leitungsnetzes nach derzeitigen Plänen in zehn Jahren nach Europa fließen. Mitte Juli hatten sich mehrere deutsche Großkonzerne, darunter Siemens, E.ON und RWE, zu einer Industrie-Initiative zusammengeschlossen, um die Pläne voranzubringen. Als nächster Schritt soll nun bis Ende Oktober eine Planungsgesellschaft stehen.

Kritiker hatten auch angesichts der Wirtschaftskrise Zweifel an der Finanzierbarkeit des Mega-Vorhabens geäußert. Kraut hielt dagegen, dass nicht alle Investitionen kurzfristig und auf einen Schlag aufzubringen seien, sondern über einen langen Zeitraum hinweg. «Wir sprechen von einem Projekt für die nächsten Jahrzehnte.»

Erste Partner aus der MENA-Region sieht der Rückversicherer, der bis vor wenigen Tagen unter Münchener Rück firmierte und sich in Munich Re umbenannt hatte, bereits auf seiner Seite. So verspreche sich Jordanien dank Desertec zusätzliche Arbeitsplätze und Fortschritte für die Infrastruktur, sagte Imad Abdel Khaleq, Chef der Jordan Insurance Company. Anfangs geäußerten Bedenken, das Projekt könnte zu einer neuen Form von Kolonialisierung von Ländern der Region führen, teilt Khaleq nicht. «Es wird nicht so gesehen, dass die Europäer kommen und uns etwas wegnehmen.» Vielmehr eröffne das Projekt den MENA-Staaten wirtschaftliche und politische Chancen und könne auch zu einer neuen Form der Zusammenarbeit mit Europa und Asien führen. «Das ist eine Win-Win-Situation für alle.»

Auch Kraut sagte: «Man könnte nur von einer Kolonialisierung sprechen, wenn die MENA-Länder davon nicht profitieren würden, also europäische Firmen Land kaufen, die Technologie aufbauen und dann die Staaten umgehen würden.» Desertec setze aber ausdrücklich auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Vorteile des Projektes liegen für den Manager auf der Hand: «Es wird Europa helfen, seine Abhängigkeit vor allem von Öl und Gas, aber auch von einzelnen Ländern zu reduzieren.»
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Beitrag2016/2041, 14.09.09, 18:47:49 
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Applied Materials präsentiert integriertes, regionales Solar-Geschäftsmodell "fab2farm".


"fab2farm"-Konzept von Applied Materials

Um den wachsenden weltweiten Bedarf an erneuerbaren Energien zu decken hat das Unternehmen Applied Materials, Inc. (Santa Clara; Kalifornien) ein neues Geschäftsmodell zum globalen Ausbau der Solarenergie- Nutzung entwickelt. Das Konzept sieht vor, kostengünstige Photovoltaik-Anlagen im Kraftwerksmaßstab zu bauen und dadurch die regionale Wirtschaft zu stimulieren. Das "fab2farm"-Modell sei ein vollständiges regionales Öko-System, das Gemeinden, Energieversorger und Solarmodul-Hersteller verbinden soll, um die Kosten für Solarstrom zu senken, "grüne" Arbeitsplätze zu schaffen und die regionale Wirtschaft anzukurbeln, berichtet Applied Materials in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig werde auf diese Weise saubere Energie für die kommenden Jahrzehnte erzeugt. Im Mittelpunkt des Konzepts steht eine Solarmodulfabrik, deren Betreiber mit Photovoltaik-Produktionslinien vom Typ "SunFab" arbeitet, die von Applied Materials geliefert werden. Die "SunFab" produziert nach Angaben des Herstellers die weltweit größten und leistungsstärksten Solarmodule, die bestens zum Einsatz in Photovoltaik-Kraftwerken von Energieversorgern geeignet seien. PV-Kraftwerke, die sich vorzüglich zur dezentralisierten Energieproduktion eignen, können auch im Kraftwerksmaßstab relativ rasch nahe der Energieverbraucher errichtet werden und ein teuerer Ausbau der Stromnetze entfällt. Ein derartiges Solar-Kraftwerk würde nicht nur wettbewerbsfähigen Solarstrom liefern, sondern auch dazu beitragen, dass der regionale Energieversorger bis zu 170.000 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden kann, betont Applied Materials.

Lokale Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze

"Das fab2farm-Modell eröffnet eine wenig riskante, kostengünstige Chance, die Photovoltaik in das Energieportfolio einer Kommune zu integrieren", erläutert John Antone, Vizepräsident für Energie- und Umwelttechnologien von Applied Materials. "Dieser Ansatz erlaubt im Gegensatz zur Energieerzeugung aus fossilen Quellen, dass ein beträchtlicher Teil der in die Photovoltaik investierten Dollar in der Kommune bleiben. Unser Geschäftsmodell ist ein Motor für die lokale Wirtschaft, schafft qualifizierte Arbeitsplätze und zeigt den Weg zu den niedrigsten Kosten für Photovoltaik-Anlagen", ergänzt Antone.

Die SunFab-Produktionslinie als Eckpfeiler des fab2farm-Konzepts sei entworfen worden, um jährlich Solarmodule mit einer Nennleistung von 80 Megawatt (MW) zu fertigen, was den Strombedarf von rund 35.000 Haushalten zu Spitzenlastzeiten decken könne, betont Applied Materials. Das Unternehmen geht davon aus, dass eine solche Solar-Fabrik in der jeweiligen Region mehr als 2.500 Arbeitsplätze schaffen kann und eine Wertschöpfung in der Größenordnung von 400 bis 500 Millionen Dollar pro Jahr anstoßen würde.

"Die für den Kraftwerksmaßstab optimierte SunFab-Linie produziert die stärksten Dünnschichtmodule der Welt, die rund sechs Mal so viel leisten als herkömmliche verglaste Solarmodule", unterstreicht Dr. Randhir Thakur, Senior-Vizepräsident und Generalmanager des Geschäftsbereichs Displays und SunFab bei Applied Materials. "Mit weniger als vier US-Dollar pro installiertem Watt Photovoltaik-Leistung kosten Module aus der SunFab sowohl bei der Herstellung als auch bei der kompletten Installation weniger als konventionelle Module. Und eine effizientere Produktion wird diese Kosten noch weiter senken, während die Preise für herkömmlichen Strom erwartungsgemäß stetig steigen werden", sagt Thakur.


Applied Materials präsentiert ein interaktives fab2farm-Modell im Internet unter http://fab2farm.appliedmaterials.com/fab2farm_model.htm
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Beitrag2015/2041, 19.09.09, 07:09:16 
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Studie: Zahl der Teilnehmer auf dem Solar-Markt wird bis 2015 drastisch sinken.

Der Photovoltaik-Markt werde bis 2015 von starken Konsolidierungseffekten geprägt, berichtet das Beratungsunternehmen goetzpartners MANAGEMENT CONSULTANTS (München) in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Solarzellen- und -modulhersteller werde um 40 % sinken. Gleichzeitig werde sich der Marktanteil der Top 10 von heute 44 % auf 57 % im Jahr 2015 erhöhen. Langfristige Gewinner seien nur jene Unternehmen, die ihre bereits heute starke strategische und/oder finanzielle Position konsequent zur Entwicklung weiterer Wettbewerbsvorteile nutzten und den Konsolidierungsprozess aktiv betreiben werden. Zu diesen Ergebnissen kommt goetzpartners in einer aktuellen Analyse von 100 internationalen Solarzellen- und -modulherstellern. Die Unternehmensberatung stützt ihre Studie auf die Finanzkennzahlen der analysierten Firmen sowie Marktdaten und hat diese in Planszenarien bis 2015 hochgerechnet.

Die Solarindustrie steht unter erheblichem Druck: Viele Unternehmen, die stark auf Wachstum ausgerichtet waren, sind im jetzigen schwierigen Marktumfeld mit Überkapazitäten und zunehmendem Preisdruck nicht mehr in der Lage, ihre hohen Finanzierungskosten zu tragen. "Die Solarzellen- und -modulhersteller leiden neben dem schwierigen Energiemarktumfeld auch kapitalmarktseitig unter hohen Abschlägen in den Multiples und einer fundamental nicht zu erklärenden Wertlücke", so Michael Sanktjohanser, Gechäftsführnder Direktor und Leiter der Service Line Energy bei goetzpartners.


Stärken und Schwächen von 100 internationalen Solarzellen- und -modulherstellern

goetzpartners hat ermittelt, dass in der Konsolidierungsphase von 2010 bis 2015 insgesamt 40 % der Unternehmen vom Markt verschwinden werden, entweder auf Grund von Akquisitionen (77 %) oder aber durch Konkurs (23 %). "Langfristige Gewinner kaufen in dieser Phase zu und bauen ihre strategischen und finanziellen Stärken weiter aus. Schwach aufgestellte Unternehmen haben keine Überlebenschance", sagt Günther Schermer, der als Partner bei goetzpartners für die Studie verantwortlich zeichnet. In ihrer Studie hat goetzpartners 100 internationale Solarzellen- und -modulhersteller entlang ihrer aktuellen Stärken und Schwächen in fünf Status-Clustern qualifiziert und daraus die entsprechenden strategischen Handlungsoptionen für die Konsolidierung abgeleitet.


Goetzpartners-Typologie der Solar-Unternehmen:


- Der "Neureiche": Als aktuell neuer Marktteilnehmer mit gutem Management verfügt er über eine noch starke finanzielle Verhandlungsposition, jedoch nur wenige strategische Ressourcen. Weil seine Finanzkraft schwindet, muss er rasch zukaufen, da ihm ansonsten nur der Ausstieg aus dem Markt bleibt.

- "Das glückliche Paar/Der glückliche Junggeselle": Dieser Marktteilnehmer ist gut etabliert, mit starker finanzieller Verhandlungsposition und gut entwickelten strategischen Ressourcen. Für ihn gilt es, die bestehende Position zu sichern bzw. weiter zu verbessern. Allianzen mit "Aschenputteln" können kleine operative Lücken schließen.

- Die "Ballkönigin": Sie ist neu im Markt, hat aber Defizite im Management des Unternehmens und leidet unter Ertragsschwäche. Sie verfügt bei geringer finanzieller Verhandlungsmacht über gut entwickelte strategische Ressourcen. Um weiter eigenständig bleiben zu können und finanzielle Lücken zu schließen, sollte sie sich "als Braut" für Investoren und gegebenenfalls weitere selektive Akquisitionen schmücken bzw. parallel dazu ihre strategischen Vorteile als "Shared Services" am Markt anbieten.

- Der "Ewige Zweite" hat sich in den vergangenen ein bis zwei Jahren nicht weiterentwickelt. Er verfügt über eine schlechte Verhandlungsposition und bescheidene strategische Ressourcen. Um die internen Strukturen zu verbessern und strategische Lücken zu schließen, sollte er mit Hilfe externer Investoren "Ballköniginnen" akquirieren oder in die Verbesserung der strategischen Position investieren.

- Das "Aschenputtel" hat die schlechteste Ausgangsposition von allen Marktteilnehmern, sie verfügt weder über nennenswerte finanzielle Verhandlungsmacht noch strategische Ressourcen. Um weiter im Markt zu bleiben, müssen kurzfristig Allianzen mit "Glücklichen Junggesellen" umgesetzt werden. Ansonsten ist mit dem Exit aus dem Markt zu rechnen.


Allianzen und Akquisitionen als Chance

"Für alle Unternehmen gilt: Jetzt handeln und sorgfältig prüfen, welchen Mehrwert Allianzen bzw. Akquisitionen bieten. Je eher und besser die Unternehmen vorbereitet sind, desto größer die Chance auf eine nachhaltige und erfolgreiche Entwicklung", so Sebastian Olbert, Manager in der Industry Line Energy.
So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt.
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Beitrag2014/2041, 19.09.09, 07:11:26 
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Chinesischer Photovoltaik-Hersteller JA Solar will Solarzellen mit Silizium-Tinte von Innovalight entwickeln.

(Und ich bin da schon seit Tagen drin. Very Happy )

JA Solar setzt auf Innovalights Silizium- Tinte für die Massenproduktion.

Der Photovoltaik-Produzent JA Solar Holdings Co., Ltd. (Shanghai, China) berichtete am 15.09.2009, das Unternehmen arbeite mit der Silizium-Tinten-Technologie von Innovalight, Inc. (Sunnyvale, Kalifornien) an einer neuen Generation von Hochleistungs-Solarzellen. JA Solar will auf seiner Forschungs- und Entwicklungs-Produktionslinie im chinesischen Yangzhou Solarzellen mit einem hohen Wirkungsgrad entwickeln, die mit Silizium-Tinte hergestellt werden. Die Kommerzialisierung dieser Zellen sei für das Jahr 2010 geplant, heißt es in der Pressemitteilung. Innovalight konnte kürzlich für Solarzellen, die mit der Silizium-Tinte und herkömmlichen Silizium-Wafern hergestellt wurden, einen Rekord-Wirkungsgrad von 18 Prozent nachweisen. Laut Unternehmensangaben wurde dieser Wert von zwei weltweit angesehenen Prüflabors bestätigt, dem National Renewable Energy Laboratory (NREL) des US-Energieministeriums und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg.

Wirkungsgrad von Solarzellen soll auf bestehenden Produktionslinien erhöht werden

"Die Verbindung der Silizium-Tinte von Innovalight mit dem Fachwissen von JA Solar in Sachen kostengünstiger Hochvolumen-Produktion von Solarzellen ist eine sehr viel versprechende Lösung, um den Wirkungsgrad von Solarzellen mit unseren bestehenden Produktionslinien zu erhöhen", sagte Qingtang Jiang, Technikvorstand von JA Solar. Conrad Burke, Vorstand von Innovalight, fügte hinzu: "Die Leistungsfähigkeit von JA Solar und die Silizium-Tinten-Technologie von Innovalight sind eine ausgezeichnete Basis für die Produktion von Solarzellen."


18.09.2009 Quelle: JA Solar Holdings Co. Solarserver.de © Heindl Server GmbH
Bildquelle: Innovalight, Inc, TOP 10 SOLAR-NEWS die wichtigsten Solarnachrichten auf einen Blick
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Beitrag2013/2041, 23.09.09, 06:44:00 
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Erster Spatenstich für Photovoltaik-Modultechnologiezentrum des Fraunhofer-CSP soll mitteldeutscher Solar-Branche zusätzlich Schub verleihen.

Sachsen-Anhalt investiert weiter in die Solar-Forschung, um den Technologievorsprung heimischer Unternehmen langfristig zu sichern. Mit dem ersten Spatenstich gab Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff am 17.09.2009 gemeinsam mit Vertretern der Fraunhofer-Gesellschaft sowie dem Geschäftsführer der Dow Olefinverbund GmbH, Rudolf Lamm, den offiziellen Startschuss für den Bau des neuen Modultechnologiezentrums im "Dow ValuePark" in Schkopau. Auf rund 2.000 Quadratmetern sollen dort ab Ende 2010 neuartige Verfahren zur Photovoltaik-Modulintegration sowie Aufbau- und Verbindungstechnik entwickelt werden. Das Modultechnologiezentrum wird mit insgesamt 12,8 Millionen Euro von Land, Bund und Europäischer Union gefördert. Es ist Teil des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik CSP, das 2007 von den Fraunhofer-Instituten für Werkstoffmechanik IWM (Halle) und für Solare Energiesysteme ISE (Freiburg) gegründet wurde.

Verbesserung der gesamten Wertschöpfungskette zur Produktion von Silizium-Solarzellen.

"Bei der heimischen Produktion von Zellen und Modulen muss der Faktor Qualität im Vordergrund stehen. Geringere Herstellungskosten und ein höherer Wirkungsgrad sind die Schlüssel, um konkurrenzfähig zu bleiben", sagte Haseloff. "Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, Forschung und Entwicklung zu forcieren, um mit neuen Innovationen im Aufschwung die Nase vorn zu haben." So werde das Fraunhofer-CSP mit dem dazu gehörigen Modultechnologiezentrum die gesamte Wertschöpfungskette zur Produktion von Silizium-Solarzellen verbessern.

Minister Haseloff: Photovoltaik bleibt langfristig ein Wachstumsmarkt und Sachsen-Anhalt ein wichtiger Produktions- und Forschungsstandort

Haseloff: "Mit der Photovoltaik- und Solarindustrie ist es uns in Mitteldeutschland gelungen, eine neue, zukunftsfähige Industriebranche zu etablieren. Diese Unternehmen haben ihre Headquarter-Funktionen bei uns und investieren viel in Forschung und Entwicklung und damit in die Zukunft. Die mit der Vergabe von Fördermitteln verbundenen Auflagen zur Schaffung von Arbeitsplätzen sind nicht nur eingehalten, sondern in der Regel weit übertroffen worden. Die neue Forschungsinfrastruktur wird der Solarbranche in Mitteldeutschland zusätzlichen Schub geben." So habe die derzeitige Krise zwar deutliche Spuren bei den Solarunternehmen hinterlassen. Langfristig bleibe die Photovoltaik aber ein Wachstumsmarkt und Sachsen-Anhalt ein wichtiger Produktions- und Forschungsstandort. Neben neuen Innovationen seien auch eine steigende Zahl von Institutsausgründungen, Neugründungen sowie Unternehmensansiedlungen im Umfeld des Fraunhofer CSP zu erwarten.
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Beitrag2012/2041, 23.09.09, 06:46:51 
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Suntech bringt neues 60-Zell-Photovoltaikmodul für Wohnhäuser und gewerblich genutzte Gebäude auf den Markt.

Suntech Power Holdings Co., Ltd. (Wuxi, China), der weltgrößte Hersteller von Photovoltaik-Modulen aus kristallinem Silizium, bringt ein multikristallines Modul mit 60 Solarzellen unter dem Produktnamen "Wd" auf den Markt. Die neue Modulreihe weise eine positive Höchstleistungstoleranz von 0/+5 Watt auf, die dafür sorge, dass alle Wd-Module die angegebene Nennleistung erzielen oder sogar noch übertreffen, berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. "Das neue 60-Zell-Modul wiegt nur etwa 20 Kilogramm und ist ideal für Kunden, die viel Platz auf Ihrem Dach haben, aber keines der schwereren 72-Zell-Module anbringen möchten", sagt Andrew Beebe, Vizepräsident für weltweite Produktstrategie von Suntech. "Wir haben sehr hohe Qualitätsansprüche und verwenden nur hochwertige Komponenten. Nachdem das Modul unser 52-stufiges Prüfverfahren erfolgreich durchlaufen hat, sind wir überzeugt, dass dieses Modul eines der zuverlässigsten auf dem Markt sein wird. Außerdem ist es auch für extreme Wetterverhältnisse geeignet. Dieses Produkt spiegelt unser Engagement wider, Solarlösungen zu entwickeln, die den sich verändernden Bedürfnissen unserer Kunden gerecht werden. Dies erreichen wir, indem wir eg mit unseren Kunden zusammenarbeiten und ihr Feedback in unsere Entwicklungen einbeziehen", so Beebe weiter.


Präsentation der Wd-Modulreihe auf der EU PVSEC in Hamburg.

Die 60-Zell-Wd-Modulreihe wird in zwei Leistungsstufen mit 220 und 225 Watt erhältlich sein. Diese Serie ergänze Suntechs Portfolio perfekt und schließe die Lücke zwischen dem multikristallinen 54-Zell- und dem 72-Zell-Modul, indem sie dem Kunden die Möglichkeit eines leichten aber leistungsstarken Moduls für Wohnhäuser und gewerblich genutzte Gebäude bietet. Zusätzlich zur positiven Höchstleistungstoleranz von 0/+5 Watt verfügen die neuen Module über eine nach den aktuellen IP67-Kriterien genormte Anschlussdose mit thermischer Isolation, vier Millimeter dickem Glas und einem langlebigen und leicht zu installierenden 50 Millimeter Aluminiumrahmen. Suntechs Ziel, die verlässlichsten Module auf dem Solarmarkt herzustellen, zeige sich einerseits in der 25-Jahre-Garantie auf die Wd-Modulreihe. Andererseits erhielt die neue 60-Zell-Reihe das IEC 5400Pa-Zertifikat, welches Widerstandsfähigkeit der Module gegenüber hoher Windstärke und Schneelast bescheinigt. Die Wd-Modulreihe ist bereits für den Fachhandel verfügbar. Gezeigt werden die Module bei der diesjährigen Europäischen Photovoltaik Solarenergie Konferenz und Messe (PVSEC) vom 21. bis 24. September am Suntech-Stand B7/75 im CCH Congress Centre Hamburg.
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