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Artikel

Initial Coin Offerings sind der Treibstoff der Krypto-Industrie

Dienstag, 14.08.2018, 16:03 Uhr

Der Aufstieg von Bitcoin und seiner technischen Basis, der Blockchain haben auch in der Finanzierung von neuen Unternehmensideen völlig neue Möglichkeiten geschaffen. Eine davon sind die sogenannten Initial Coin Offerings (ICO). Durch den Verkauf einer Kryptowährung beschaffen sich so Krypto-Unternehmen, wie Technologie Start-ups, Kapital für ihre Vorhaben. Dabei kreiert das Unternehmen eine Kryptowährung und verkauft diese im Zuge eines Sales. Die Käufer sind oft schon zu sehr geringen Preisen mit dabei und können sich so einen Anteil an der zukünftigen, hoffentlich erfolgreichen Geschichte der neuen Firma sichern.


Photo by David McBee,CC0 Public Domain

Das Geld fließt in Strömen

Die Geschichte von ICOs ist noch jung. Den Anfang machte das Unternehmen Mastercoin, das im Jahr 2013 das erste Initial Coin Offering auf den Markt brachte und so fünf Millionen Dollar für das Unternehmen aufbringen konnte. Nach dem erfolgreichen Start dieser neuen Art von Crowdfunding gab es kein Halten mehr. Die Zahl der ICOs stieg von Jahr zu Jahr deutlich an. Im Jahr 2017 gab es bereits 235 ICOs weltweit, das sind fünf Mal so viele wie noch im Jahr zuvor. Diese spülten gewaltige 3,7 Milliarden Dollar in die Unternehmenskassen. Den erfolgreichsten Auftritt legte Filecoin, ein dezentrales Speichernetzwerk, hin. Das Unternehmen konnte 257 Millionen Dollar für sich lukrieren. Die ICOs aus 2018 haben in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits mehr Geld eingenommen, als im gesamten Jahr 2017. Mit einem weiteren Anstieg kann also gerechnet werden.

Kreative Ideen sind gefragt

Initial Coin Offerings haben für Start-ups eine völlig neue Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung geschaffen. Kreative Ideen für die erfolgreiche Umsetzung finden so schnell Investoren. Diese können dabei bereits mit sehr geringen Summen in das Projekt einsteigen. Den Branchen sind dabei scheinbar keine Grenzen mehr gesetzt. Investmentmöglichkeiten bieten u.a. grüne Stromhändler wie eCharge, Unternehmen aus der Gaming-Industrie wie PokerStars, oder auch ein Start-up, das eine Steuererklärungssoftware für Krypto-Umsätze entwickelt hat.

Wie sieht das mit der Regulierung aus?

Angesichts dieser Zahlen ist es kein Wunder, dass längst auch internationale Organe auf das Phänomen Initial Coin Offering aufmerksam geworden sind. Ein erster Versuch einer Regulierung wurde wieder von der Tagesordnung einer Sitzung der G20-Staaten genommen, doch das bedeutet noch lange nicht, dass das Thema ICO und Regulierung vom Radar verschwunden ist.

Längst diskutieren Notenbanken intensiv über die Möglichkeiten, diese neue Form der Kapitalbeschaffung ähnlich wie Börsengänge staatlich zu regulieren. Die Branche selbst begrüßt diese Bestrebungen, weil sie Sicherheit schaffen und somit noch mehr Kapital in diesen Markt bringen würden. Derzeit umgehen Start-ups mit dieser kreativen Form der Kapitalbeschaffung die strengen Regulierungen für Börsengänge. Das macht den Prozess einfach, doch das Risiko für Investoren ist dementsprechend höher, schließlich sind weder staatliche Behörden, noch Banken oder die Börsenaufsicht in den Prozess eingebunden. Die neue herausgegebene Kryptowährung wird im Zuge des Verkaufs gegen eine Währung wie Dollar oder Euro getauscht.

Wie läuft ein ICO in der Praxis ab?

Wie sieht diese Kapitalbeschaffung nun in der Praxis aus? Ein Unternehmen beschreibt sein Geschäftsmodell, seine Zukunftsabsichten und Ziele in einem sogenannten Whitepaper. Dort wird auch das Team, das diese Ziele umsetzen soll, ausführlich vorgestellt. Gleichzeitig erfährt der Investor die Höhe des notwendigen Kapitals und die nächsten geplanten Meilensteine im Zeitplan. Das Whitepaper wird auf einer Webseite veröffentlicht und gibt Investoren die Möglichkeit, in das Projekt zu investieren. Der Geldgeber erhält für seine Investition die neue Kryptowährung des Projekts und hofft auf eine entsprechende Wertsteigerung, wenn die Ziele erreicht werden, bzw. wenn die neue Kryptowährung auf Krypto-Börsen gehandelt wird.


Video by Crypto Channel, YouTube

Die neue Form der Unternehmensfinanzierung bietet enorme Chancen für Investoren, aber gleichzeitig auch hohe Risiken. Totalausfälle sind keine Seltenheit. Daher empfiehlt es sich, das Objekt der Begierde genau zu prüfen, bevor man investiert. Für die Zukunft sind weltweite Standards im Zuge einer Regulierung zu erwarten. Das sollte Investoren mehr Schutz bieten.

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